02.11.2011

Russland

Putin ehrt kremlkritischen Journalisten

Staatspreis könnte Propaganda-Schachzug sein.

Russlands Regierungschef Wladimir Putin hat mitten im Wahlkampf einem kremlkritischen Journalisten einen Staatspreis zuerkannt. Putin- Gegner nannten die Auszeichnung für Michail Beketow "zynisch". Der Journalist war 2008 wegen seines Einsatzes gegen einen Autobahnbau verprügelt worden. Beketow sei von Unbekannten zusammengeschlagen worden, da er gegen ein Staatsprojekt gekämpft habe, kommentierte die Zeitung "Moskowski Komsomolez" am Mittwoch. "Jetzt lobt Putin seine Standhaftigkeit - wie paradox!"

Der 53-jährige Journalist der Zeitung "Chimkinskaja Prawda" sitzt seit dem Überfall im Rollstuhl und kann kaum mehr sprechen. Beobachter sehen einen Monat vor der Duma-Wahl in Russland die Entscheidung Putins als Propaganda-Schachzug. Kritiker werfen Putin seit langem vor, die Medien zu knebeln. Der Regierungschef zeichnete auch eine Journalistin der Zeitung "Nowaja Gaseta" aus, für welche die 2006 ermordete Putin-Gegnerin Anna Politkowskaja gearbeitet hatte. Putin will 2012 als Präsident in den Kreml zurückkehren. (sda)


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