19.07.2013

Mediapulse

Radiohörer bleiben ihren Sendern treu

Die SRG-Sender verlieren leicht, Radio 24 bleibt Leader in Zürich, die Marktanteile bleiben weitgehend stabil - dies einige der Erkenntnisse aus den neusten Hörerzahlen, die Publica Data und Mediapulse am Freitag veröffentlicht haben. Hörer gewinnen konnten unter anderem Roger Schawinskis Radio 1, das in Rapperswil stationierte Radio Zürisee und FM 1, welches zur NZZ-Gruppe gehört. Der Bericht:
Mediapulse: Radiohörer bleiben ihren Sendern treu

In der Deutschschweiz haben im ersten Halbjahr 2013 mehr Leute Radio gehört, aber weniger lang als in der Vorjahresperiode. In den übrigen Sprachregionen wird das Radio etwas weniger genutzt als in der deutschen Schweiz. Die Marktanteile der einzelnen Sender blieben weitgehend stabil.

An einem durchschnittlichen Tag hatten in der deutschen Schweiz 89,1 Prozent der Bevölkerung über 15 Jahre das Radio während 123,7 Minuten eingeschaltet, wie Publica Data AG und Mediapulse am Freitag mitteilten. Im zweiten Semester 2012 waren es 88,5 Prozent und die durchschnittliche Hördauer lag bei 125,5 Minuten pro Tag.
 
Erneut mussten die SRG-Sender einen leichten Rückgang des Marktanteils von 65,5 auf 64,9 Prozent hinnehmen. Meist gehörter Sender bleibt SRF1, dessen Marktanteil von 33,0 auf 32,7 Prozent sank. Zulegen konnten dagegen SRF Musikwelle von 5,2 auf 5,8 Prozent und Radio Swiss Pop von 1,4 auf 1,7 Prozent.
Privatradios mit mehr Marktanteil
 
Die Privatradios konnten ihren Anteil insgesamt von 30,1 auf 30,4 Prozent leicht ausbauen. Radio 24 bleibt zwar Leader in Zürich, büsste jedoch gegenüber dem Vorjahr einen Teil seiner Hörer (307'800 auf 275'900) und Marktanteile ein (von 3,1 auf 2,9 Prozent). Senderchefin Karin Müller dazu: "Der Konkurrenzkampf im Privatradiomarkt ist gerade in Zürich sehr hart. Radio 24 ist in Zürich die Nummer 1 und fokussiert sich inhaltlich stark auf Zürich. Damit sind wir bis anhin sehr gut gefahren und wir werden auch ganz klar als DAS Radio von und in Zürich wahrgenommen. Allerdings – das muss ich zugeben – hat es insbesondere in der Kommunikation Vorteile, wenn man eine Marke in der ganzen Deutschschweiz mit regionalen Ablegern vermarkten kann". Und weiter: "Ich will in den nächsten 12 Monaten wieder auf über 300‘000 Hörer wachsen". 
 
Auch Hauptkonkurrent Energy Zürich hat Hörer (271'400 auf 258'300) und Marktanteile (von 2,3 auf 2,2 Prozent) verloren. Trotzdem ist man zufrieden: "Die Hörerzahlen sind eine tolle Gemeinschaftsleistung eines unglaublich kreativen Teams", freut sich Geschäftsleiter Dani Büchi. "Ihr tägliches, grosses Engagement - sowohl im Programm, aber auch in den Social Media, im TV-Bereich und bei den zahlreichen Events - macht unseren Erfolg aus".
 
Freuen dürfen sich dafür ein anderer Zürcher Sender. Radio 1 von Roger Schawinski gewinnt 8'000 Hörer (von 123'800 auf 131'400) und baut den Marktanteil von 1,2 auf 1,3 aus. Auch Radio Zürisee kann an Hörern zulegen (219'100 auf 223'400), verliert aber an Marktanteil (2,0 auf 1,9).
 
Signifikant zulegen konnte auch FM1 von 1,8 auf 2,2 Prozent. Auch bei den Hörern wird der Ostschweizer Sender immer beliebter (215'600 auf neu 220'100). Den stetigen Erfolg des Senders führt Geschäftsführer André Moesch auf die kontinuierliche Weiterentwicklung zurück: "Wir arbeiten Tag für Tag an der Verbesserung unseres Programmangebots und der Stärkung unserer Marke FM1. Beim Radio kann man eben jedes Detail immer noch etwas besser machen, sei es bei der Musikauswahl, den Jingles, Moderationen oder beim nächsten Aussenauftritt." 
 
Der Bündner Privatsender Radio Grischa hat seine Hörerzahlen im ersten Semester gegenüber dem Vorjahr sogar um stolze 30 Prozent auf 91'000 Personen gesteigert. Damit weist das Lokalradio nach eigenen Angaben einen der höchsten Zuwachswerte aller Schweizer Privatradios aus.
 
In der Romandie hörten täglich 85,8 Prozent der Bevölkerung rund 105 Minuten Radio. Die SRG-Programme verzeichneten hier einen Marktanteil von 65,8 Prozent (Vorjahr: 66,4 Prozent). In der italienischen Schweiz erreichte das Medium Radio 88,4 Prozent der Bevölkerung, die Nutzung lag bei 116,3 Minuten pro Tag. Auch hier büssten die SRG-Programme Marktanteile ein und zwar von 82,5 auf 81 Prozent.

Radiozahlen.pdf

Auf den 1. Januar 2013 wurde die Messmethode leicht verändert. Bei der Interpretation der Unterschiede zum Vorjahressemester sei dies zu beachten, ein Vergleich sei trotzdem zulässig, sagte ein Sprecher von Mediapulse. Alle Sender seien von der neuen Methode betroffen, die Auswirkungen spürten einige mehr, andere weniger. (cb/sda; Bild: keystone)

 


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