Nachdem Beat Dünki (bei dem sich "Blick" gestern entschuldigt hatte) den Presserat scharf kritisierte (persoenlich.com berichtete), reagiert nun der damalige Presseratspräsident Peter Studer. Studer schreibt in seinem Kommentar Folgendes: "Im Interview mit persoenlich.com riet Beat Dünki, bei dem sich 'Blick' soeben entschuldigt hatte, von einer Anrufung des Presserats ab. Er habe sich damals, also im April 2006, mit mir unterhalten. Auf seine Frage, ob er sich die Anschuldigungen des 'Blick' gefallen lassen müsse, hätte ich geantwortet: 'Ja warum? Sie, Herr Dünki, haben das ja selber verursacht.' Mein Motto sei gewesen, wo Rauch ist, gibt's auch Feuer. Dünki habe dann noch auf Heinrich Bölls Medienopfer-Roman 'Die verlorene Ehre der Katharina Blum' hingewiesen und von mir die zynische Antwort erhalten, im Unterschied zu Katharina Blum habe er - Dünki - sich ja nicht umgebracht."
Studer ist die Begegnung mit Dünki heute, rund fünf Jahre später, nicht mehr präsent: "Ich erinnere mich an kein solches Gespräch, muss aber betonen, dass ich in meiner fast siebenjährigen Präsidialzeit mindestens 350 Telefonate mit Leuten geführt habe, die sich nach der Beschwerdemöglichkeit beim Presserat erkundigten. Dabei gab ich Auskunft über Journalistenkodex und Verfahren, verwies auf die Internet-Seite des Presserats und erwähnte das Suchfenster, wo man frühere Stellungnahmen zum Thema herunterladen konnte", so der ehemalige Presseratspräsident. "Mit den mir unterschobenen Bemerkungen hätte ich ja eine spätere Beschwerde völlig relativiert. Damit hätte ich meine Präsidentenrolle krass verletzt. Vollends fremd ist mir Zynismus in Bezug auf Medienopfer." (ps/eh)

