25.03.2018

Tamedia

Redaktions-«Experten» sorgen für Ärger

In sogenannten Expertenzirkeln sollen sich acht bis zwölf der besten Journalisten eines Fachs aus allen Redaktionen vereinen. Dieses Projekt löst eine Protestwelle aus. Es wird eine Zweiklassengesellschaft befürchtet.
Tamedia: Redaktions-«Experten» sorgen für Ärger
Dicke Luft bei Tamedia: Die Redaktionen sollen in zwei Klassen aufgeteilt werden. (Bild: Tamedia/Raisa Durandi)

Der Zürcher Tamedia-Verlag führt für sein Redaktionspersonal einen neuen Status ein: Den «Experten». Das Vorgehen provoziert bei der Belegschaft, die mit Zusammenlegungen und Budgetkürzungen kämpft, Widerstand, schreibt die «NZZ am Sonntag».

In sogenannten Expertenzirkeln sollen sich die jeweils besten Journalisten eines Fachs aus allen Tamedia-Redaktionen zu Experten-Gruppen vereinen und Workshops organisieren oder Referate halten. Zum Leiter des Projekts wurde Peter Jost, Chefredaktor der «Berner Zeitung», bestimmt.

In Zürich fordert laut NZZaS eine Gruppe von 50 Angestellten Verbesserungen am Konzept. Ihre Kritik: Das System führe zu einer Zweiklassengesellschaft innerhalb der Belegschaft.

Die Einführung fällt mitten in eine grosse Reorganisation. Den damit verbundenen Stellenabbau will Tamedia möglichst über Fluktuationen bewerkstelligen. Diese seien derzeit aber deutlich zu tief, als dass Kündigungen ausgeschlossen werden könnten, sagt Tamedia-Konzernchef Christoph Tonini. (pd/cbe)

 


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KOMMENTARE

Robert Weingart
25.03.2018 12:41 Uhr
Und wer legt fest, wer Experte ist und wer nicht? Das ist doch alles subjektiv. Lachhafte Idee.
Armin Keusch-Walter
25.03.2018 07:35 Uhr
Eine "Zweiklassengesellschaft" gab es beim "Tagi" schon früher. Zu einigen Redaktoren unterhielt die Geschäftsleitung auch über den Chefredaktor hinweg Kontakte, für die meisten anderen bestand über diesen hinaus keine Leitung nach oben.
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