22.02.2008

Aargau

Regierungsrat sorgt sich um Medienvielfalt

Medienkonzentration als latente Gefahr.

Vor wenigen Tagen noch sprach sich die Aargauer Regierung für eine erneute Konzession für die AZ-Sender Radio Argovia und Tele M1 aus. Am Freitag nun weist er in einer Stellungnahme zur Medienlandschaft darauf hin, dass der Kanton Aargau mit der AZ Medien Gruppe eine multimediale Eigentums- oder Medienkonzentration aufweise, die Risiken für die Meinungsvielfalt berge. Die AZ Medien Gruppe betreibe indes keinen Konzernjournalismus. Jedes Medium stehe auch in Konkurrenz zu anderen Anbietern im nationalen Umfeld. Dabei gehe es weniger um den publizistischen als vielmehr um den ökonomischen Wettbewerb um Werbeanteile.

Diese Entwicklung berge "ein gewisses Risiko", führt der Regierungrat in einer Stellungnahme vom Freitag zu einem Vorstoss der SP-Fraktion im Grossen Rat aus. Sie könne zu einer inhaltlichen Homogenisierung durch redaktionelle Kooperationen und Mehrfachverwertungen führen. Als Risiken nennt der Regierungsrat zudem den Arbeitsplatzverlust sowie mangelnde Arbeitsplatzalternativen für Journalisten sowie die Durchsetzung einer konzerngerechten Medienpolitik.

Mit journalistischer Eigenleistung berichte im Kanton meist einzig die AZ. Dadurch trete in der kantonalen Politik "nur eine, die Meinung bestimmende Zeitung" auf. Die kleinen lokalen Zeitungen verfügten lediglich über wenig Ressourcen. Daher seien sie nicht in der Lage, zur vertieften Meinungsvielfalt beizutragen. Die Medienkonzentration werde als latente Gefahr für die Informations- und Meinungsvielfalt wahrgenommen, stellt der Regierungsrat mit Bezug auf eine Studie der Universität Zürich fest. (sda)


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