21.08.2012

Studie

Regional-TV ist unkritisch und PR-lastig

Urteil der Schweizer Medienexperten.

Die 13 konzessionierten Regionalfernsehstationen in der Schweiz haben zuwenig zum Leben und zu viel zum Sterben. Eine Expertenbefragung der Publicom kommt jetzt zum Schluss, dass das aktuelle Regionalfernsehmodell keine befriedigenden Programmleistungen ermöglicht. Lieber sähen die Medienexperten deshalb eine starke private Konkurrenz zur SRG.

Keine echte Konkurrenz zur SRG

Eine im Mai publizierte Publicom-Studie kam zum Schluss, dass regionales Fernsehen in der Schweiz, von wenigen Ausnahmen abgesehen, ohne öffentliche Gelder nicht überlebensfähig ist. Die Mehrheit der DELPHInarium-Experten beurteilt daher das aktuelle Modell skeptisch. Für eine Erhöhung der Gebührengelder können sich nur wenige erwärmen, mehr Schubkraft würden sie sich von einer "echten, privaten Konkurrenz zur SRG" erhoffen. Die publizistischen Leistungen der kleinen ressourcenschwachen Stationen werden nämlich zwiespältig beurteilt: Zwar bieten sie publikumsnahe, eigenständige Inhalte und ansprechende Information. Die Programme sind aber auch PR-lastig, bieten kaum Unterhaltung und sind weder kritisch noch innovativ.

Leichte Zunahme des Werbemarktanteils erwartet

Immerhin attestieren die befragten Experten dem Regionalfernsehen noch Potenzial im Werbemarkt. Bis 2017 soll deren Anteil am Fernsehwerbemarkt von bisher sieben auf neun Prozent zunehmen. Unter dem Begriff DELPHInarium publiziert die auf Medienforschung und –beratung spezialisierte Publicom regelmässig Ergebnisse einer Expertenbefragung. Am Panel sind über vierzig Fachleute der führenden Medienunternehmen sowie Vertreter aus Werbung, Medienjournalismus, Kommunikationswissenschaft und Corporate Communications beteiligt. (pd)


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