05.04.2011

Berlusconi-Prozess

Riesiger Medienrummel

110 Journalisten verfolgen Verhandlung mit Ruby.

Der Prozess gegen den italienischen Premierminister Silvio Berlusconi wegen Sex mit einer minderjährigen Prostituierten und Amtsmissbrauch, der am Mittwoch beginnt, stösst weltweit auf Interesse. 110 Journalisten wollen aus dem Gericht berichten. Bei dem Prozess werden allerdings weder TV-Teams noch Fotografen zugelassen sein. Der Mailänder Oberstaatsanwalt Manlio Minale befürchtet, dass die Anwesenheit von Kameras die Zeugen beeinflussen könnte. Journalisten werden im Gerichtssaal zugelassen, sie dürfen allerdings nur Tonaufnahmen machen.

Prominente Zeugen sollen vor Gericht aussagen. Insgesamt will die Mailänder Staatsanwaltschaft 132 Personen vor Gericht vorladen. Zu ihnen zählen 32 junge Frauen, die laut den Ermittlern an Partys in der Mailänder Residenz des Ministerpräsidenten teilgenommen hatten.

Im Prozess um die Affäre Ruby soll unter anderem auch der US-Schauspieler George Clooney als Zeuge befragt werden. Der Regierungschef wird sich wegen seiner Amtsverpflichtungen nicht den Richtern zeigen, sondern sich von seinen Rechtsanwälten vertreten lassen, wie "La Repubblica" am Sonntag berichtete. Auch Ruby, um die das Verfahren kreist, wird zum Prozessbeginn nicht erscheinen. "Ruby wird nur im Gerichtssaal sein, wenn sie als Zeugin befragt wird", sagte der Verlobte der 18-jährigen, die eigentlich Karima al-Marough heisst. Ruby wurde sowohl von der Verteidigung als auch von den Staatsanwälten vorgeladen.

Als Nebenkläger will auch der Frauenverband "Arcidonna" zum Prozess gegen den Premier zugelassen werden. "Bei diesem Verfahren geht es um die Würde der italienischen Frauen. Wir wollen dabei sein", erklärte die Präsidentin von Arcidonna, Valeria Ajovalasit. (sda)


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