Der ehemalige Presseratspräsident Roger Blum ist enttäuscht, dass der Stiftungsrat des Schweizer Presserates es erneut abgelehnt hat, die Verleger und Medienveranstalter in die Trägerschaft des Presserates aufzunehmen. Dies sei ein Entscheid gegen jede Vernunft. Der Schweizer Presserat als medienethisches Kontrollgremium brauche eine breite Trägerschaft und eine sichere Finanzierung, schreibt Blum, Professor für Medienwissenschaft an der Universität Bern, in einer Erklärung vom Samstag. "Dies ist nur mit den Medienunternehmern zu haben."
Der Stiftungsrat des Presserates hatte am letzten Dienstag einen Antrag auf Einsitz der Verleger im Presserat mit 6 zu 4 Stimmen abgelehnt. Der Antrag sah vor, entsprechende Verhandlungen mit dem Verband Schweizer Presse, mit der Presse Romande, der Associazione Ticinese dei Editori und mit der SRG aufzunehmen. Opposition gab es von Vertretern der Journalistenorganisationen, insbesondere von den beiden Verbänden Comedia und Impressum. Vor drei Jahren hatte der Stiftungsrat schon einmal einen Antrag abgelehnt, die Verleger in den Presserat aufzunehmen.
Nichts mit Arbeitskonflikten zu tun

