08.02.2002

Jean Frey-Coup

Roger Blum zeigt sich von neuem Player überrascht

"Know-how ist erst zu beschaffen".

Der Medienwissenschafter Roger Blum von der Uni Bern wertet den Kauf der Jean Frey AG durch die swissfirst Bank als Überraschung. Damit trete im Verlagswesen ein weiterer, branchenfremder Player auf den Plan. "Das fehlende Know-how müssen sich diese Leute erst beschaffen", sagte Blum auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Ein Novum sei der Coup nicht, weder für das Verlagswesen als solches noch für Jean Frey; 1987 war Jean Frey AG an den Financier Werner K. Rey gegangen. Bereits damals war Ringier ebenfalls Interessent gewesen.

Falls die Jean Frey AG, wie dies Ende 2001 den Anschein machte, an den Ringier Verlag gegangen wäre, hätte Medienprofessor Blum dies unter dem Gesichtspunkt der Medienvielfalt einzig bei den Fernsehzeitschriften problematisch gefunden. Ringier hätte dann praktisch alle wichtigen Titel auf diesem Markt kontrolliert. Anders bei den übrigen Titeln von Jean Frey: Die Weltwoche wäre auch unter den Fittichen von Ringier in Konkurrenz gestanden zu Facts, der Wochen-Zeitung oder Cash; für den Beobachter hätte die Konkurrenz, trotz dessen besonderer Stellung, weiter bestanden, ebenso für die andern Titel aus dem Haus Jean Frey.


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