Am 24. September 2005 startete das Schweizer Fernsehen mit dem eigenproduzierten Samstagabend-Format "Ein roter Teppich für...". Gäste waren alt Bundesrat Adolf Ogi, DJ BoBo und Marco Rima. Bereits die erste Sendung sorgte für grossen Wirbel. Im Vordergrund standen nicht nur die schlechten Kritiken und Quoten, sondern vor allem die herausgeschnittene "Ogi-Hymne" von Patrick Frey.
Doch auch die dadurch verursachte grosse Publizität vermochte nicht mehr Zuschauer vor den Bildschirm zu locken. Die Sendung rund um Marco Rima vom vergangenen Samstag schauten sich 532'000 Zuschauerinnen und Zuschauer an, was einem Marktanteil von 28 Prozent entspricht. "persoenlich.com" hat bei SF-Unterhaltungschefin Gabriela Amgarten zum Aus von "Ein roter Teppich für..." nachgefragt.
Gabriela Amgarten, die Kritiken für ein "Roter Teppich für..." waren heute in der Presse besser als auch schon. Hätte man der Sendung nicht noch eine letzte Chance geben sollen?
Mit Marco Rima hatten wir am Samstag einen äusserst populären Schweizer Komiker in einer abwechslungsreichen Sendung zu Gast. Das liess hoffen. Doch der Rote Teppich hat leider auch diesmal kein Mehrheitenpublikum erreicht. Es nützt nichts, einer Sendung, die viermal im Jahr ausgestrahlt wird, immer wieder neue Chancen einzuräumen. Viel besser ist es, die Kräfte zu bündeln und eine neue Sendung zu entwickeln.
Auch "Black'n'Blond" weist schlechte Quoten und Kritiken aus, dort jedoch hat das Schweizer Fernsehen im Gegensatz zu "Ein roter Teppich für..." viel Geduld. Weshalb?
Eine Late Night Show, die um 22.45 Uhr auf SF zwei ausgestrahlt wird, wird nach anderen Kriterien beurteilt und hat eine andere Zielsetzung. Sie darf zum Beispiel auch durchaus polarisieren. "Black'n'Blond" ist auf ein Spartenpublikum ausgerichtet. Am Samstagabend hingegen muss eine Show so viele Zuschauer und Zuschauerinnen wie möglich begeistern.
Was waren die Gründe für die Absetzung: Alleine die schlechte Quote?
Die schlechte Quote hat den Entscheid ausgelöst. Es haben einfach zu wenig zugeschaltet. Als Trost bleibt, dass zumindest in den ersten beiden Sendungen keine Aussteiger während der Sendung zu verzeichnen waren. Redaktionell waren die Sendungen also gut betreut. Die Fokussierung auf eine Person polarisierte jedoch das Publikum zu stark. Deshalb vertrauten wir dem Konzept der Sendung nicht mehr.
Sie wollen ein Konzept für eine neue Samstagabend-Show erarbeiten. Wird das neue Format in eine völlig andere Richtung gehen? Oder könnte es auch sein, dass ein ausländisches Sendungskonzept eingeschweizert wird?
Wir werden jetzt so schnell wie möglich ein neues Konzept erarbeiten. Wir prüfen verschiedene Varianten. Es ist jedoch wirklich zu früh, etwas dazu zu sagen. Wir möchten im nächsten Jahr bereit sein. Bitte lassen sie uns also noch etwas Zeit.

