06.11.2025

SRG-Initiative

RTS-Personal kämpft gegen Gebührensenkung

Das Personal von Radio Télévision Suisse ruft dazu auf, die Initiative «200 Franken sind genug» abzulehnen, über die am 8. März abgestimmt wird.
SRG-Initiative: RTS-Personal kämpft gegen Gebührensenkung
RTS-Mitarbeitende kämpfen um ihre Arbeitsplätze: Das Personal des Westschweizer Fernsehens warnt vor massiven Kürzungen durch die «200-Franken-Initiative».​ (Bild: Keystone/Jean-Christophe Bott)

In einer seltenen öffentlichen Stellungnahme haben RTS-Angestellte am Donnerstag in Genf ihren Service-public-Auftrag verteidigt, der durch diese Vorlage bedroht wird.

Ein Manifest gegen die SVP-Initiative wurde anschliessend verbreitet. «Dieses Manifest des Personals ist keine Beschwerde, sondern ein Appell», sagte Alexandre Madrigali, Präsident der Mediengewerkschaft SSM Genf. Er kritisiert einen «neuen Angriff», der das SRG-Budget halbieren und von 1,3 Milliarden auf 630 Millionen Franken senken würde.

Vier RTS-Mitarbeitende – Journalisten, Regisseure und Techniker – übten scharfe Kritik an der Initiative, die ihrer Ansicht nach den Service-public-Auftrag gefährdet. Sie traten anonym auf, da die RTS-Direktion während der Kampagne Beschränkungen auferlegt hat.

«Die Auswirkungen der Sparmassnahmen zeigen sich bereits massiv in unserer Arbeit», sagte eine Journalistin. Die Angestellten schilderten ein «Klima der Angst», Planungsschwierigkeiten mit überlasteten Teams und Arbeitsverschiebungen, die sich letztlich auf die Produktionsqualität auswirken.

Ideologische Angriffe

Das Personal leidet seit Jahren unter millionenschweren Kürzungen, erinnerte die SSM. 2018, nach der Ablehnung der «No Billag»-Initiative, wurde ein Sparplan von 100 Millionen Franken angekündigt. Bis 2029 will die SRG 270 Millionen einsparen, was etwa 17 Prozent des Budgets entspricht.

Besonders beunruhigt ist das Personal wegen der peripheren Regionen, die hauptsächlich von den Budgetkürzungen betroffen wären. Laut SSM bereitet auch das Personal der RSI ähnliche Aktionen vor. In Genf ist das weitere Vorgehen noch offen.

Ein RTS-Journalist beklagte auch ideologische Angriffe von «Rechts und der extremen Rechten», die den Journalismus insgesamt treffen. Er verwies auf die regelmässigen Vorwürfe der Linkslastigkeit, obwohl der Service-public-Auftrag den Meinungspluralismus garantiert.

Sendungen bedroht

Falls die Initiative angenommen wird, sind laut Gewerkschaft 3000 Stellen direkt und 3000 indirekt betroffen. «Das wäre das Ende der RTS», warnt Valérie Perrin, Regionalsekretärin der SSM. Die Personalvertreter befürchten das Verschwinden von Sendungen, die für den nationalen Zusammenhalt wichtig sind.

Die Initiative von SVP, Gewerbeverband und Jungen FDP will die Gebühr auf 200 Franken pro Jahr senken und alle Unternehmen befreien. Der Bundesrat hat bereits beschlossen, die Gebühr 2027 auf 312 Franken und 2029 auf 300 Franken zu reduzieren. Derzeit beträgt sie 335 Franken. (sda/ats/cbe)


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