11.04.2013

Fall Mörgeli

"Rundschau"-Beitrag führt zu Abklärungen

Ermittlungen nach der Entlassung des SVP-Nationalrats.

Die "Affäre Mörgeli" hat hochschulinterne Abklärungen sowie  juristische Untersuchungen ausgelöst. Das Verfahren um die Beschwerde gegen seine Entlassung ruhe im Moment, weil die Ergebnisse einer staatanwaltschaftlichen Ermittlung abgewartet würden, sagte Christoph Mörgeli am Donnerstag vor den Medien. Mörgeli kämpft an verschiedenen Fronten um seine Rehabilitierung. 27 Jahre lang war er Konservator am Medizinhistorischen Institut der Universität Zürich. Am 21. September 2012 wurde er von der Universität per sofort freigestellt, das Arbeitsverhältnis wurde unter Einhaltung einer halbjährigen Kündigungsfrist auf 31. März 2013 gekündigt.
 
Die Universität begründete den Entscheid mit ungenügenden Leistungen Mörgelis als Konservator und Verantwortlicher für die Objektsammlung sowie mit seiner massiven Verletzung der Loyalitätspflicht gegenüber der Universität. Mörgeli rekurrierte gegen seine Entlassung und reichte eine Aufsichtsbeschwerde gegen die Zürcher Regierungsrätin Regine Aeppli ein. Er sieht sich als Opfer eines politischen Komplotts und beklagt, unter seinem Chef Flurin Condrau systematisch gemobbt worden zu sein.
 
Ermittlungen der Staatsanwaltschaft
 

Die Zürcher Staatsanwaltschaft ermittelt seit dem 19. November 2012 gegen zwei Mitarbeitende des Medizinhistorischen Instituts, weil der Verdacht besteht, sie hätten brisante Dokumente dem "Tages-Anzeiger" zugespielt. Flurin Condrau hat die Institutsleitung vorübergehend abgegeben. Mörgeli vermutet, dass auch die "Rundschau"-Redaktion Informationen aus dem Institut erhalten hat. Nach der Ausstrahlung des "Rundschau"-Beitrags zu den medizingeschichtlichen Dissertationen kündigte die Universitätsleitung am 28. März 2013 an, sie habe die zuständige Fakultät beauftragt, die in der Sendung erhobenen Behauptungen abzuklären. (sda)


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen
Neue Podcast-Folge: Jetzt reinhören