11.12.2010

"Wetten, dass..?"

Samuel Koch nach Nottwil LU verlegt

Noch keine Prognosen.

Der schwer verunglückte "Wetten, dass..?"-Kandidat Samuel Koch ist am Samstag in Begleitung seines Vaters von Düsseldorf ins Paraplegiker- Zentrum Nottwil überführt worden. Dort soll so rasch wie möglich mit der Rehabilitation begonnen werden. Massgebend für die Verlegung nach Nottwil "waren unsere Möglichkeiten in der intensivmedizinischen Betreuung von Patienten mit Verdacht auf eine hohe Lähmung", sagte der Chefarzt von Nottwil, Michael Baumberger, im Interview mit der "SonntagsZeitung". Koch habe den Transport gut, aber müder überstanden. Am Sonntag hat sich das Ärzte-Team einen Gesamtüberblick über seinen Gesundheitszustand verschafft, sagte Nottwil-Sprecherin Janka Hurschler auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Mehr könne sie nicht sagen, der Patient müsse sich noch ausruhen. Am (morgigen) Montag informiert das Paraplegiker-Zentrum die Öffentlichkeit an einer Medienkonferenz.

In der Sonntagpresse warnte Chefarzt Baumberger davor, voreilige Prognosen abzugeben. "Ein realistischer Zeitpunkt", über mögliche Lähmungen genauere Angaben zu machen, sei in etwa einer Woche", sagte er im Interview mit dem "SonntagsBlick". Die Ärzte in Düsseldorf gehen von einer Tetraplegie aus. "Wir werden versuchen, das mit weiteren Untersuchungen klarer zu definieren", sagte Baumberger. "Wir können momentan noch nichts zum definitiven Befund sagen." Seit dem Unfall habe sich die "Situation schon verändert", weshalb die neurologische Diagnose notwendig sei.

Am Samstag hatten die Ärzte in Düsseldorf von "zaghaften Hoffnungen" gesprochen, wonach sich die Lähmungen reduzieren würden, weil es am Freitag Hinweise auf eine "diskrete Bewegung an einem Bein" gegeben hatte. In Nottwil konnten noch keine ähnlichen Hinweise festgestellt werden. "Wir hatten noch nicht die Chance, das zu beobachten. Aber ich denke, dass dies möglich ist", sagte Baumberger. Gemäss Düsseldorfer Ärzte könnten die Chancen auf eine Heilung gut stehen, sollte der Verunglückte in den kommenden Wochen seine Füsse bewegen können. Anfang Woche hatten sich die Ärzte noch skeptischer gezeigt.

Am Samstag war Samuel Koch von der Deutschen Luftrettung zum Flughafen Zürich gebracht worden. Von dort flog ihn die Schweizer Rega nach Nottwil. Bei dem Transport habe es sich um ein "kalkulierbares Risiko" gehandelt, sagten die Ärzte in Düsseldorf. Bereits am Donnerstag sei die künstliche Beatmung beendet worden. Zudem sei Koch mehrfach aus seinem Bett in eine sitzende Position gebracht worden. Baumberger geht nun davon aus, dass Koch bis zu einem Jahr in Nottwil bleiben könnte. Samuel Koch war am vergangenen Samstag in der Live-Sendung beim Versuch, mit Sprungfedern über fahrende Autos zu springen, gestürzt und hatte sich schwere Verletzungen zugezogen. Nach einer Notoperation lag er zwei Tage im künstlichen Koma. Danach traten schwere Lähmungen an Beinen und Armen auf. In der Nacht auf Dienstag wurde er erneut am Rückenmark operiert. (sda)


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen