21.01.2013

"Weltwoche"

Sarasin bescheinigt "allertiefstes Niveau"

Historiker äussert sich zu Vorwürfen gegen die Uni.

In einem Interview mit dem "Sonntagsblick" äusserst sich Philipp Sarasin, der Vorsteher des Historischen Seminars der Universität Zürich, zu den Vorwürfen, welche die "Weltwoche" im Laufe der Affäre Mörgeli gegen die Uni formuliert hatte - unter anderem war damals von Irrlehren die Rede und es wurde vor Sarasin und anderen Professoren gewarnt (Ausgabe vom 4. Oktober 2012).

"Im ersten Moment war ich schockiert und fand es unerhört, politisch unsäglich und allertiefstes Niveau", sagte er gegenüber der Zeitung. "Als ich dann den Artikel gelesen habe, war allerdings schnell klar, wie viel warme Luft und wie viel schlechter Journalismus da drin ist." Wenn die Behandlung von Themen wie Klimaforschung, Keynesianismus und Gender-Forschung als "Irrlehren" dargestellt würden, entpuppe sich das schnell als sehr schlecht informierte Sicht von ganz rechts aussen. Dies sei "einfach nur peinlich".

Ausserdem betonte Sarasin, er hätte sich gewünscht, dass die Schweizer Universitäten auf die Vorwürfe klarer reagiert hätten. "Wen Wissenschaftler als 'Irrlehrer' angegriffen werden, müsse die Universität die Freiheit der Forschung verteidigen." Dies sei für unsere Gesellschaft ein fundamentaler Wert. (Sonntagsblick/ads)


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