Die Online-Auftritte der Wirtschaftstitel "Bilanz", "Handelszeitung" und "Stocks" sind ab sofort untereinander vernetzt. Sie bilden neu gemeinsam das "Schweizer Wirtschaftsnetz". Die optisch und inhaltlich konzeptionell überarbeiteten Websites werden am gemeinsamen Online-Newsdesk redaktionell produziert - an sieben Tagen pro Woche. "persoenlich.com" hat sich mit Jörg Tobuschat, Verlagsgeschäftsführer Programm- und Wirtschaftsmedien bei Axel Springer Schweiz, über das "Schweizer Wirtschaftsnetz, seine Konkurrenz und die Redaktion unterhalten:
Jörg Tobuschat, Sie rücken die Online-Auftritte von "Bilanz", "Handelszeitung" und "Stocks" mit "Schweizer Wirtschaftsnetz" näher zusammen. Was heisst das?
Der Begriff "Schweizer Wirtschaftsnetz" steht für den Verbund unserer drei grossen, starken Marken "bilanz.ch", "handelszeitung.ch" und "stocks.ch". Diese werden weiterhin unter ihren Namen ihre titelindividuellen Positionierungen im Netz abbilden. Neu werden sie sich aber untereinander verlinken und aufeinander verweisen.
Wie wirkt sich dieser Verbund auf die drei Titel aus?
Das Layout und die Inhalte haben sich stark weiter entwickelt. Sie bestehen aber weiterhin unabhängig voneinander. Es gibt keine gemeinsame Seite der drei Titel.
Das "Schweizer Wirtschaftsnetz" ist wie ein Kaufhaus, das verschiedene Eingänge hat. Sie heissen: "bilanz.ch", "handelszeitung.ch" und "stocks.ch". Dahinter verbergen sich die Titel mit ihren speziellen Charakteristika. Bei der "Bilanz" stehen weiterhin die handelnden Personen der Schweizer Wirtschaft im Vordergrund, bei der "Handelszeitung" sind es vor allem die Unternehmensnachrichten und bei "Stocks" bleiben es die Börsennachrichten und Anlagethemen. Neu sind aber ihre drei Hompages intensiv miteinander verlinkt. Sie haben ein einheitliches Layout und eine dieselbe einfache Navigation. Sie gehen miteinander einen Verbund ein, dessen Oberbegriff "Schweizer Wirtschaftsnetz" ist.
Sie sagen, die Inhalte haben sich weiter entwickelt. Inwiefern?
Wir können mehr Aktualität bieten. Die "Handelszeitung" erscheint weiterhin wöchentlich, "Bilanz" und "Stocks" alle zwei Wochen. Online können wir nun aber permanent neue Nachrichten liefern und das sieben Tage die Woche. Somit stellen unsere Online-Angebote die perfekte Ergänzung zu unseren eher hintergründigen Magazininhalten dar.
Sie haben dafür extra eine Online-Redaktion gegründet?
Der ehemalige Nachrichtenchef von "swissinfo.ch" und Radiomann Christian Schmid leitet die neu gegründete, siebenköpfige Redaktion. Früher betreuten bloss zwei Leute die Online-Seiten.
Warum glauben Sie, dass Sie mit diesem Wirtschaftsverbund Erfolg haben werden?
Wir übertragen die Wirtschaftskompetenz, die wir heute im Print haben, auf die Online-Welt. Die Nachfrage nach aktuellen Wirtschafts-News im Netz ist gross. Es besteht unserer Meinung nach ein grosser Usermarkt. Zudem sind wir überzeugt, dass es grosses Potential im Werbemarkt gibt.
Was bringen Sie mehr als die Konkurrenz bei der "NZZ" oder "cash.ch"?
Mit den jeweiligen definierten Nuancierungen der einzelnen Blätter haben wir explizites Know-how im Bereich Wirtschaft. "cash.ch" hat keine Erdung durch ein Printmagazin mehr und ist eher geprägt durch Börsenblogs. Die "NZZ" ist zwar eine Tageszeitung mit einer hohen Wirtschaftskompetenz aber kein explizites Wirtschaftsblatt. Hier setzten wir an. Wir denken, dass wir da etwas liefern können, das es noch nicht gibt.
Werden die Leser die Inhalte weiterhin gratis beziehen können?
Ja. Alle.
Wie lange noch?
Wir können uns vorstellen, dass wir längerfristig gewisse Dossiers nur Abonnenten zur Verfügung stellen oder bestimmte Inhalte kostenpflichtig machen.
Zeithorizont?
In den nächsten Monaten.
Wie finanziert sich der neue Verbund und seine Redaktion?
Über den Werbemarkt. Vom "Schweizer Wirtschaftsnetz" profitieren auch Werbekunden. Alle drei Online-Angebote sind zusammen buchbar, die Reichweite erhöht sich substanziell. Darüber hinaus lassen sich künftig zahlreiche innovative Werbeformen integrieren.
Interview: Christine Schnyder

