Nach der Panne bei der Live-Übertragung des EM-Halbfinals zwischen Deutschland und der Türkei, zeigt sich die Uefa kleinlaut: "Wir bedauern das zutiefst", erklärt Alexandre Fourtoy, Chef der Uefa Media Technology vor den Medien und entschuldigte sich bei den Millionen Zuschauern, die am Mittwoch während bis zu 18 Minuten vor einem schwarzen Bildschirm sassen und etwa das Tor von Miroslav Klose verpassten.
Laut der Uefa waren Stromausfälle im International Broadcast Center (IBS) in Wien für die Panne verantwortlich. Ursache für den Blackout war, dass das Dieselaggregat, das den Notstrom liefern sollte, nicht ansprang, weil die Software, die dieses starten sollte, fehlerhaft war. Die Versorgungsengpässe dauerten nur Milli-Sekunden, "reichten jedoch aus, um das System neu starten zu müssen", so Fourtoy. Ausgelöst habe den Stromausfall ein heftiges Gewitter, die Bild- und Tonausfälle seien auf eine "Verkettung unglücklicher Umstände" zurückzuführen.
Die betroffenen Sender reagierten mit scharfer Kritik auf die Panne: So prüft das ZDF derzeit rechtliche Schritte gegen die Uefa -- der öffentlich-rechtliche Sender hatte dreistellige Millionenbeiträge für die Übertragung bezahlt. "Da ist ein Quotenschaden entstanden", wetterte etwa ZDF-Chefredaktor Nikolaus Brender, wie die "Financial Times Deutschland" schreibt. "Durch den Bildausfall habe der Sender die höchste Zuschauerzahl aller Zeiten verpasst. Darüber werde man mit der Uefa zu reden haben.
Von der Panne nicht betroffen war das Schweizer Fernsehen, das über eine Glasfaser-Verbindung aus dem Stadion in Basel verfügte. In der Schweiz sahen im Schnitt 1.267 Millionen Zuschauer den Einzug der Deutschen in den Final. Das entspricht einem Marktanteil von 61.7 Prozent.

