Radio 24 und TeleZüri sind bei den Regierungen von Kanton und Stadt Zürich nicht in der Pole Position, wenn es um die Vergabe der TV- und Radiokonzessionen geht. Die beiden Sender haben aber dennoch politische Unterstützung erhalten. Wie Andreas Meili, Verwaltungsratspräsident Belcom AG und zuständig für die Konzessionsfragen der Tamedia-Sender, im Interview mit "persoenlich.com" erklärte, haben sich 21 Zürcher Parlamentarierinnen und Parlamentarier, einschliesslich der beiden Zürcher Ständeräte, in einem offenen Brief an Bundesrat Moritz Leuenberger für die Unterstützung der Gesuche von Radio 24 und TeleZüri ausgesprochen.
Den Brief haben Politiker verschiedener Couleur, aber keine Vertreter der CVP und der EVP, wie der "Tages-Anzeiger" nun berichtet. "TeleZüri ignoriert die CVP, also ignoriert die CVP TeleZüri", erklärt CVP-Präsident Markus Arnold gegenüber der Zeitung. Der Sender boykottiere bei der Diskussionssendung "SonnTalk" die CVP fast durchs Band weg.
TeleZüri widerspricht
"Diese Aussagen sind falsch und tatsachenwidrig", entgegnet TeleZüri in einer Stellungnahme. Der Zürcher CVP-Regierungsrat Hans Hollenstein war am 10. Februar 2008 letztmals Gast im "SonnTalk" und gehört laut Sender zu den regelmässigen Teilnehmern der Sendung. Die Zürcher CVP-Nationalrätin Kathy Ricklin sei letztmals im "SonnTalk" am 19. August 2007 aufgetreten und sei zudem mehrmals Gast in der Sendung "TalkTäglich" gewesen -- letztmals am 11. Dezember 2007.
TeleZüri habe auch in zahlreichen Wahlsendungen und Podien im Jahr 2007 alle Kandidatinnen und Kandidaten der CVP eingeladen und berücksichtigt. Die im 180 Sitze zählenden Züricher Kantonsrat mit 13 Mandaten vertretene CVP sei auch in den Nachrichtensendungen von TeleZüri entsprechend ihrer Stärke vertreten.
Abschliessend ist im Communiqué des Senders zu lesen: "TeleZüri zeigt sich äusserst erstaunt, dass der Präsident der CVP des Kantons Zürich seine Medienpolitik offenbar nach der Anzahl der Startnummern im SonnTalk definiert und damit die Bedürfnisse der Bevölkerung des Kantons Zürich ignoriert."

