31.03.2011

"Skispringen mit Simon Ammann, das würde ich gerne."

Tobias Müller (28) wird neuer Moderator bei "Einstein". Eine Überraschungswahl, könnte man meinen. Doch Müller ist vielen sehr wohl ein Begriff. Vor allem in der Ostschweiz, wo er bislang als Journalist arbeitete. Nun moderiert er bei SRF, genau wie seine Freundin Sara Hildebrand, welche letztes Jahr - ebenfalls eher überrasched - den begehrten Moderationsjob bei Glanz&Gloria bekam. Mit "persoenlich.com" spricht Müller über Sara, Studium und übers Skispringen. Zum Text:
"Skispringen mit Simon Ammann, das würde ich gerne."

Herr Müller, Sie moderieren eine Wissenschaftssendung. Wie viel Expertenwissen ist dafür nötig?

Natürlich braucht es eine starke Affinität zu wissenschaftlichen Themen und das journalistische Können um diese aufzubereiten. Bei Einstein greifen wir für die Beiträge zudem sehr häufig auf Wissenschaftler zurück, welche mithelfen, die komplexen Themen für den Zuschauer verständlich darzustellen.

Worauf freuen Sie sich am meisten?

Auf die Vielfältigkeit freue ich mich sehr. Als Moderator hat man die Aufgabe, ein Beitragsthema schmackhaft zu verkaufen, so dass die Zuschauer realisieren: Das muss ich jetzt unbedingt schauen. Dazu kommt die redaktionelle Tätigkeit. Für mich ist es herausfordernd, komplexe Phänomene der Wissenschaft verständlich aufzubereiten. Schliesslich gibt es noch die Erlebnis-Reportagen "Einstein unterwegs". Diese Beiträge werden sicherlich wieder sehr herausfordernd sein, wie schon in der Vergangenheit. Ich freue mich auf einen vielfältigen Mix, der riesigen Spass machen wird.

Welche Erlebnis-Reportage würden Sie gerne realisieren?

Skispringen mit Simon Ammann! Das "Fliegen für Menschen" würde ich gerne austesten und erleben, wie die Aerodynamik und diese speziellen Anzüge funktionieren. Zwar würde ich wohl nicht gerade von der grossen Schanze springen, aber vielleicht von der Kinderschanze.

Einige Erlebnis-Reportagen sind sehr anspruchsvoll. Wurden im Bewerbungsverfahren Ihre Kondition getestet?

Gar nicht, nein.

Sie absolvieren den Masterstudiengang im "Multimedia Production and Journalism" mit Schwerpunkt Wissenschaftsjournalismus (persoenlich.com" berichtete). Warum wählten Sie dieses Studium?

Wie es der Name sagt: Es geht um neue Medien. Ich denke, dass im Hinblick auf die Entwicklung der Medienlandschaft neue Medien immer wichtiger werden. Crossmedialität wird immer wichtiger. Daher muss man als Journalist die Augen vor der Zukunft nicht verschliessen, sondern sich darauf vorbereiten. Ausserdem hat mich Wissenschaftsjournalismus schon immer interessiert. Nun passt diese Vertiefung besonders gut zu meinem neuen Job.

Müssen Sie das Studium nun unterbrechen?

Da das Studium berufsbegleitend ist, und ich zu 80 Prozent bei SF angestellt bin, muss ich es nicht unterbrechen. SRF unterstützt es, dass ich diese Ausbildung weiterführen und abschliessen kann.

Sara Hildebrand und Sie sind seit über vier Jahren ein Paar. Sie wurde im Sommer 2010 als neue Glanz&Gloria-Moderatorin ausgewählt - auch eher überraschend, wie Sie. Hat Sara Hildebrands neuer Job Sie angespornt, sich ebenfalls bei SF zu bewerben?

Nein gar nicht.

Sie beide wohnen zusammen in Mels. Wird das erfolgreiche Ostschweizer Newcomer Moderationspaar nun zusammen nach Zürich ziehen?

Das weiss ich schlicht noch nicht, alles ging sehr schnell. Ich muss mir einen solchen Schritt schon gut überlegen. Einerseits ist Mels seit 28 Jahren mein Dreh- und Angelpunkt. Ich bin sehr stark verwurzelt, dort z.B. auch im Turnverein. Andererseits muss ich sagen: Jeden Tag 1.5 Stunden Arbeitsweg ist schon lange.

Wie hat sich durch Sara Hildebrand’s neuen Job eure Beziehung verändert?

Es hat sich gar nichts verändert. Ausser dass wir nun zusammen Glanz&Gloria schauen und in Zukunft auch Einstein mit mir als Moderator. Bis anhin war es meine Polit- und Wirtschaftssendung "Fokus" auf TVO, die wir zusammen schauten.

Nachdem Sie bei FM1 beim selben Arbeitgeber angestellt waren, arbeiten Sie nun bei SRF wieder zusammen. Werden Sie sich nun beim Arbeiten wieder öfter sehen?

SRF ist so gross, ich habe das heute gemerkt. Ich brauchte die ganze Zeit einen Führer, denn in diesen Gängen verirrt man sich sonst. Wahrscheinlich werden wir uns hier nur selten über den Weg laufen.

Treffen Sie sich dann beim Mittagessen in der SF-Kantine oder geht man eher aus dem Weg?

Nein, ich glaube nicht, dass wir zum Mittagessen abmachen. Wir haben auch unterschiedliche Arbeitszeiten. Es geht nicht darum, dass wir zusammen am selben Ort arbeiten wollen. Wir haben unser Privatleben zuhause, und bei SRF unser Berufsleben. Dies trennen wir strikte.

Wann werden wir Sie erstmals moderieren sehen?

Das ist noch in der Schwebe. Ich habe zwar gekündigt, aber noch Überzeiten. Vielleicht noch vor den Sommerferien.

Interview: Edith Hollenstein


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