Noch während am SwissMediaForum im KKL Luzern der Umbau der Bühne lief, trat SRF-Direktor Roger Elsener vor das Branchenpublikum. Er sei warm empfangen worden, sagte er, und habe die ersten Tage genutzt, um sich zu orientieren. Drei Prioritäten stünden ganz oben: sich rasch in alle Dossiers einzulesen – die ersten zwei Tage verbrachte er in Bern bei der SRG für Onboardings –, nahe bei den Mitarbeitenden zu sein sowie an Branchenanlässen präsent zu sein. Die Standorte Basel und Zürich-Leutschenbach hatte er zu diesem Zeitpunkt bereits besucht. «Es hat mich sehr gefreut, dass ihr extra wegen mir das SwissMediaForum auf meine erste Arbeitswoche gelegt habt», sagte er augenzwinkernd.
Zuletzt war Elsener CEO von Zattoo, davor bei CH Media tätig (persoenlich.com berichtete). Was er aus der Privatwirtschaft ins öffentlich-rechtliche Unternehmen mitbringe, fasste er so zusammen: «Ein sehr breites Spektrum an Programmkreation gepaart mit Distribution und Digitalisierung». Diese Erfahrungen aus verschiedenen Stationen seien genau das, was SRF in den nächsten Jahren brauche. SRF müsse sich künftig «multivektoriell» aufstellen, um als «Plattform von fundierter Information» zu bestehen. «Das ist für mich moderner Journalismus», sagte Elsener.
SRF 2 Kultur: Lob statt Pläne
Von Moderator Benjamin Fisch (Blick) auf die kolportierte Zukunft von Radio SRF 2 Kultur angesprochen – ein Artikel im SonntagsBlick hatte den Sender als gefährdet dargestellt –, äusserte sich Elsener zurückhaltend, aber deutlich. Auf der Fahrt von Bern nach Basel habe er den Sender im Auto gehört und dabei zwei Dinge erkannt: «Das ist ein Angebot, das einzigartig ist, was es so in der Privatwirtschaft nicht gibt.» Und: Die Verbundenheit des Publikums mit dem Programm habe ihn «echt fasziniert». Konkrete Pläne nannte er keine – das sei zum jetzigen Zeitpunkt zu früh. Er wolle erst mit allen Teams sprechen und Erfahrungen sammeln, bevor er Schlüsse ziehe.
Dass Elsener als neuer Direktor ein bestehendes Sparprogramm durchsetzen muss, ist unbestritten. Auf die Frage, warum er sich trotzdem auf den Job freue, antwortete er ohne Zögern: «Dieser Job, diese Aufgabe ist für mich eine Lebensaufgabe. Und im Leben hat man nicht nur immer einfache Aufgaben.» Das Sinnstiftende dieser Rolle – die Verbindung von Programm, Digitalisierung und Service public – sei es, was ihn antreibe.

