21.04.2011

"New York Times"

Social-Media-Zeitung news.me gestartet

SmallRivers bekommt Konkurrenz.

Mit dem Start der iPad-Applikation News.me, welche die "New York Times" entwickelt und in diesen Tagen gestartet hat, bekommt der personalisierte Nachrichtenservice Paper.li des Schweizer Anbieters SmallRivers Konkurrenz. Beide Dienste funktionieren nach dem gleichen Prinzip: User können damit ihre eigenen, persönlich relevanten Online-Zeitungen erstellen und diese mit anderen teilen. Dazu greifen die Anwendungen auf den endlosen Datenstrom bei der Kurznachrichtenplattform Twitter zurück. Anders als die Tweets aus dem individuellen Stream der Nutzer erscheinen die Nachrichten bei News.me oder Paper.li jedoch im übersichtlichen und zugleich ausführlichen Zeitungsformat.

News.me und Paper.li filtern die für ihre User relevanten Nachrichten aus der Datenflut von über zwei Mrd. Tweets pro Monat. Die Inhalte können dabei je nach Bedarf der Nutzer zusammengestellt werden. Sie abonnieren beispielsweise die Artikel zu ganzen Themengebieten, einzelnen mit Hashtags versehenen Schlagworten oder Nachrichten aus ihrem Twitter-Stream, die etwa Einzelpersonen interessant finden und in ihren Microblogs mit Links versehen. Daraus erstellen die Nachrichtenaggregatoren mithilfe von Algorithmen die Zeitungen ihrer Anwender.

News.me greift neben dem Nachrichtenstrom via Twitter auch auf Bit.ly zurück, ist die Anwendung doch ein Dienst des beliebten URL-Verkürzers. Allerdings ist die Applikation zumindest derzeit ausschließlich für das Apple-Tablet iPad verfügbar - Paper.li hingegen im Browser. Zweitere testet aktuell zudem das Erstellen von Zeitungen aus Links, die User bei Facebook posten. Im Unterschied zu Paper.li ist News.me außerdem ein kostenpflichtiger Dienst. iPad-User können die App mit ihren individuellen Zeitungen für 0,99 Dollar wöchentlich bzw. 34,99 Dollar jährlich abonnieren.

Der Verleger der "New York Times", Arthur Sulzberger Jr., sieht in solchen Angeboten grosses Potential. Er glaubt nicht daran, dass sich Print-Produkte noch langfristig halten können. Er sagte im letzten Jahr im Rahmen eines Verleger-Kongresses in London: "Wir werden irgendwann in der Zukunft aufhören, die "New York Times" zu drucken." Ein Datum wollte er nicht nennen, berichtete damals das US-Newsportal observer.com.


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