Der Verleger des grössten Schweizer Verlages ortet anscheinend beim "Blick" politische Defizite. Michael Ringier sagt im Interview mit der Zeitung "Der Sonntag", das Boulevardblatt sei bei Polit- und Wirtschaftsthemen zu wenig präsent. Da seien sie leiser geworden und das wollten sie umdrehen. Der "Blick" müsse wieder politischer werden. Nicht aus moralischen Gründen, sondern aus kommerziellen: Die Menschen interessierten sich dafür, was in Politik und Wirtschaft laufe. Da müssten sie aufstocken, denn ihre journalistische Kapazität sei da manchmal zu beschränkt, so Ringier weiter.
Marc Walder arbeite mit den Chefredaktoren und den Ressortleitern an einem entsprechenden Programm. "Pointierter" müsse der Journalismus werden. Er wolle nicht, dass man wieder sagen könne, sie seien links oder rechts. Die "Weltwoche" brauche er gar nicht mehr zu lesen. Wenn er den Namen des Journalisten sehe, wisse er, was im Artikel stehe. Das sei so unglaublich langweilig, kritisiert Ringier.
Zudem sagt er, sie seien an der "Basler Zeitung" interessiert gewesen. Aber sie hätten relativ schnell gemerkt, dass sie nur bis zu einem bestimmten Preis mitgehen könnten, während andere Interessenten auf Grund von Synergien oder von politischen Intentionen viel höhere Summen offerieren konnten.

