04.01.2002

Sonntagszeitungen reichen sich die Hand

Zumindest was die Zustellung am Sonntag betrifft, werden der SonntagsBlick, die SonntagsZeitung und die NZZ am Sonntag spätestens am 17. März die gleiche Ausgangslage haben, denn für die drei Titel sind die gleichen Verträger zuständig. Das hat taktische, ökonomische und ökologische Gründe.
Sonntagszeitungen reichen sich die Hand

Christoph Wahl, Geschäftsführer der Zustell- und Verteilorganisation Zuvo, steht vor einer gewaltigen logistischen Herausforderung. Bis anhin zeichnete die Aktiengesellschaft, an der die Tamedia und die NZZ zu je 50 Prozent beteiligt sind, unter anderem für die Zustellung des Tages-Anzeigers, der NZZ, des ZürichExpress und der SonntagsZeitung verantwortlich. Das ändert sich ab diesem Jahr, wie Wahl ausführt: "Im Zuvo-Gebiet kommt es am Sonntag zu einer Verdoppelung der Auflage. Bis anhin verteilten wir hier 100'000 Exemplare der SonntagsZeitung. In Zukunft kommen 60'000 Exemplare der NZZ am Sonntag sowie 40'000 des SonntagsBlick dazu." Die Zahl der Verträger erhöht sich dabei allerdings nur von 900 auf 1200 Personen.

Die Zuvo-Angestellten müssen ab dem 3. Februar, wenn der SonntagBlick die Heimzustellung erhöht, sowie ab dem 17. März, wenn die NZZ am Sonntag vom Stapel läuft, damit leben, dass sie am Sonntag gleich drei verschiedene Titel zu verteilen haben. Da müsse man ganz schön den Kopf bei der Sache haben, gibt Wahl zu. So kann denn auch nicht ausgeschlossen werden, dass in Einzelfällen beispielsweise ein Leser der NZZ am Sonntag versehentlich den SonntagsBlick im Briefkasten hat – immerhin spätestens bis 7.30 Uhr in der Früh, einer Zeit, die seit dem 1. Dezember 2001 gilt.

Männiglich fragt sich, ob es die Tamedia der NZZ am Sonntag nicht zu leicht mache, indem sie die Konkurrenz von der Falkenstrasse sich in ein gemachtes Nest setzen lässt. Sandra Geiger, Verlagsleiterin der SonntagsZeitung, meint dazu: "Die gemeinsame Zustellung macht ökologisch Sinn. Ausserdem musste die NZZ am Sonntag dafür bezahlen. Letztlich werden für uns Verlage die Vertragskosten leicht günstiger." Und noch etwas spricht für diesen Schritt: Wenn die Tamedia nicht mit der NZZ kooperiert hätte, wäre es möglicherweise zu einem Schulterschluss zwischen dem SonntagsBlick und der NZZ am Sonntag gekommen.


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