Die Sendung "Schawinski" zwischen Medienpionier Roger Schawinski und "Weltwoche"-Verleger und Chefredaktor Roger Köppel vom vergangenen Montag zur Hildebrand-Affäre (persoenlich.com berichtete) sorgt weiterhin für rote Köpfe. Der Talk, der mit 33,5 Prozent Marktanteil eine Rekordquote erzielte, hat in den letzten Tagen reichlich Gesprächsstoff geliefert. Auf Infosperber.ch stellt der ehemalige Tagesschausprecher Robert Ruoff die ketzerische Frage, wann die Sendung aus dem Programm gekippt werde. Ruoffs Fazit: "Erkenntnisgewinn: Nahe Null. Neuigkeitswert: Null. Peinlichkeitsfaktor: steigend. Niveau: sinkend.Schlagabtausch von zwei Selbstdarstellern: nicht einmal lustig."

Sendung soll abgesetzt werden
Ins gleiche Horn bläst der ehemalige Programmdirektor des Schweizer Fernsehens Peter Schellenberg. In einem Kommentar auf Infosperber fordert er indirekt die Absetzung der Sendung. Er finde es unerträglich, so der langjährige Schawinski-Gegenspieler, was hier ablaufe. Schellenberg zieht dabei Parallelen mit dem legendären Peter-Uebersax-Interview von 1984, welches anschliessend zur fristlosen Kündigung von Gesprächsleiter Heiner Gautschy führte. Auch dieser sei vor bald 30 Jahren im Vorfeld seiner Sendung von Roger Schawinski gecoacht worden. Schawinski habe heute, so Schellenberg, im Schweizer Fernsehen scheinbar eine "Carte Blanche".
Roger Schawinski bleibt gelassen
Roger Schawinski nahm zu den Vorwürfen folgendermassen Stellung: "Ich kann Peter Schellenberg äusserst gut verstehen. Dass ich nach der spannenden Zeit als Geschäftsführer von Sat.1 in Berlin nun auch eine erfolgreiche Sendung bei SF moderiere, muss für ihn die Höchststrafe sein, während er sein während vielen Jahren angekündigtes Jazzplattenlädeli in Marseille noch immer nicht eröffnet hat. (ma)

