17.03.2005

SRG

Sparen bei Swissinfo für Internet-Strategie?

Auslanddienst soll abgebaut werden.

Anscheinend existieren bei der SRG weit fortgeschrittene Pläne, den Auslanddienst Swissinfo völlig zu marginalisieren. Gemäss NZZ sollen die Informationen auf Japanisch, Chinesisch, Portugiesisch, Arabisch und Spanisch eingestellt werden. Nur ein zurückgefahrener Englisch-Dienst, der zuzeit 14 Stellen umfasst, würde weitergeführt.

Für die übrigen Ressorts (deutsch, französisch, italienisch) sei eine sprachregionale Verteilung auf die SRG-Sender vorgesehen. Das gelte auch teilweise auch für die technischen Dienste. Damit kann die SRG, welche Swissinfo zusammen mit dem Bund finanziert, ihre Beiträge für den Auslanddienst reduzieren.

Dieser Abbau stehe im Zusammenhang mit der Diskussion um die Multimedia-Strategie der SRG. Sprecherin Josefa Haas wollte gegenüber der NZZ nicht Stellung nehmen, da noch keine offiziellen Beschlüsse gefallen seien. Beat Witschi, Direktor von Swissinfo, erklärt auf Anfrage der NZZ, dass die Diskussion um den SRG-Auslanddienst sinnvollerweise erst nach dem Inkrafttreten des neuen RTVG geführt werden sollte.

Der NZZ drängt sich die Vermutung auf, dass der Griff in die Kassen von Swissinfo auch dazu diene, neue Gelder für sonstige Internet-Aktivitäten der SRG abzuzweigen. SF DRS-Chefredaktor Ueli Haldimann habe sich in einem Brief an seine Mitarbeiter indirekt darüber beklagt, dass er wegen des umstrittenen Internet-Plans der SRG (Aufbau eines Newsportals) von seinen Chefs zum Sündenbock gemacht wurde.

In diesem Brief soll Haldimann schreiben, der Plan sei nicht "ein Hirngespinst eines durchgedrehten Chefredaktors, sondern ein Teil der Unternehmensstrategie, welche ordnungsgemäss auch von den zuständigen SRG-SSR-Stellen abgesegnet worden ist".


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