04.09.2012

NZZ

Sparmassnahmen und Kampf um die Macht

Felix E. Müller aus der Leitung gedrängt.

Die "NZZ am Sonntag" soll sparen, obwohl sie Gewinne schreibt, zudem sei ihr Chefredaktor Felix E. Müller aus der Geschäftsleitung der NZZ Medien ausgeschieden. Dies schreibt der "Tages-Anzeiger" in seiner Dienstagsausgabe.

Am Montag habe der NZZ-Verwaltungsrat über diverse Sparmassnahmen entschieden, diese seien aber schon seit Mitte August Thema in den Redaktionen von NZZ und NZZaS. Laut "Tages-Anzeiger" will die Geschäftsleitung unter CEO Albert Polo Stäheli den Rotstift unter anderem bei der NZZ-Beilage "Equity" ansetzen. Der erst im Februar 2012 eingeführte, aufwändig produzierte Anlage-Service rechnet sich nicht. Das NZZ-Wirtschaftsressort war dafür aufgestockt worden (persoenlich.com berichtete).

Einführung der Paywall evt. erst im Dezember

Besonders verärgert seien die Redaktoren der "NZZ am Sonntag". Diese soll ihren erst im 2011 eingeführten Stilbund abspecken oder ganz streichen. Eine informell für das zehnjährige Jubiläum der Zeitung zugesagte Budgeterhöhung von wenigen Hunderttausend Franken soll ebenso wenig bewilligt werden. Dies, so moniert man, obwohl die "NZZ am Sonntag" Gewinne abliefere, während die Online-Strategie Stähelis, Hogenkamps und des publizistischen Leiters und NZZ-Chefredaktors Markus Spillmann immer nur Geld koste. Dabei verliere die neue Website NZZ.ch beträchtlich an Besuchern, weshalb der Einführungstermin der Paywall "nun auf unbestimmte Zeit verschoben" worden sei. Hogenkamp bestreitet dies: "Die Paywall wird im Herbst eingeführt, und der dauert bis zum 21. Dezember."

Mit der Neuorganisation des Geschäftsbereichs NZZ haben Stäheli und Spillmann den Chefredaktor der "NZZ am Sonntag", Felix E. Müller, aus der Leitung des Geschäftsbereichs NZZ gedrängt. Damit hat die am Lesermarkt erfolgreichere NZZaS den internen Machtkampf gegen die NZZ um CEO Stäheli, Spillmann und Hogenkamp verloren. Wie der Tagi schreibt, schaltet sich nun die IG "Freunde der NZZ" ein. Die IG will Vorschläge für die Stärkung des VR einbringen. Darunter sollen sich Namen wie Gerhard Schwarz und FDP-Nationalrat Ruedi Noser befinden. (TA)


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