30.01.2012

Tamedia

Sparrunde wegen schlechter Prognosen

"Tagi" kürzt Budget um 600'000 Franken.

Das Medienunternehmen Tamedia passt aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Aussichten seine Budgets fürs 2012 an. "Das Wirtschaftsumfeld und vor allem auch die konjunkturellen Aussichten haben sich in den letzten Wochen deutlich verschlechtert", sagte Unternehmenssprecher Christoph Zimmer gegenüber "persoenlich.com". "Im September wurde für das laufende Jahr noch ein deutliches Wirtschaftswachstum von 1 bis 2 Prozent erwartet, mittlerweile sagen die Konjunkturforscher eine Stagnation oder gar einen Rückgang der Wirtschaftsleistung voraus."

Wie viel insgesamt gespart werden soll, will das Unternehmen nicht bekannt geben. Betroffen von den Sparmassnahmen sind verschiedene Geschäftsbereiche. Den Rückgang der Werbeeinnahmen spürten vor allem die abonnierten Tageszeitungen, so Zimmer weiter. Er bestätigte eine "persoenlich.com" seit Sonntag vorliegende interne Mitteilung der Chefredaktion an die Belegschaft, wonach beim "Tages-Anzeiger" mit zwei Massnahmen 600'000 Franken eingespart werden sollen.

Zum einen werden die Börsenlisten von drei auf eine Seite reduziert. Mehrseitige Listen mit Börsen- und andere Kursinformationen seien immer weniger zeitgemäss, da sie bereits zum Zeitpunkt des Druck veraltet seien, erklärte Zimmer. "Die Reduktion der Börsenlisten auf eine Seite und der gleichzeitige Ausbau der Eigenleistung in diesem Bereich ermöglicht es dem 'Tages-Anzeiger', den Schwerpunkt auf das Schaffen von Überblick zu legen. Zum anderen wird die Berichterstattung über den Regionalsport auf drei Erscheinungstage halbiert. Dort werden - laut Zimmer - in Zukunft also effektiv weniger Ereignisse und Themen abgedeckt.

"Wir wollen damit sicherstellen, dass wir wirtschaftlich gut durch das Jahr kommen," sagte Zimmer. Gesamthaft gespart werden solle des Weiteren beispielsweise bei Marketingaktionen. Ausserdem würden offene Stellen nicht oder später besetzt. Ausserdem sollen die Online-Medien langsamer ausgebaut werden als geplant. Zu Entlassungen soll es beim "Tagi" nach aktuellem Stand nicht kommen. Auch das geplante Recherche Desk in Bern soll wie geplant eingeführt werden. Die betroffenen Beschäftigten des Regionalsport Ressorts sollen anderweitig beschäftigt werden. (sda/ads)


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