Das Schaffhauser Fernsehen (ShF) kann sich keine Newssendung mehr leisten. Weil der Sender aus Spargründen Stellen abbauen musste, ist nun der Aufwand einer täglichen Newssendung nicht mehr zu bewältigen. Wie Geschäftsführer Patrick Stoll gegenüber persoenlich.com erklärt, wird man deshalb künftig anstelle von täglichen Newssendungen weniger zeitgebundene Reportagen vorproduzieren und diese in einzelnen Folgen ausstrahlen.
Anlass für die Umstrukturierung sind zahlreiche Abgänge von Mitarbeitenden. Wie Anfang August Kleinreport berichtete, kehrte das ganze Redaktionsteam dem Sender den Rücken: Chefredaktorin Noëlle Guidon geht zum Jugendsender Virus, Simone Herrmann geht auf eine längere Reise und Anne-Chantal Zimmermann tritt eine Stelle im Stadtarchiv Schaffhausen an. Zudem wird Techniker Alexander van de Velde das Studium "Erneuerbare Energien und Umwelttechnik" beginnen. Aufgrund dieser Abgänge hat das Fernsehen der Meier & Cie. AG, welches auch die "Schaffhauser Nachrichten" (SN) herausgibt, den Konzeptwechsel entschieden: Weg von Newssendungen, hin zu Reportagen.
Umgesetzt werde diese Reportagen von Tanja Bircher und Sebastian Babic. Beide absolvierten ein Journalismus-Praktikum bei den "Schaffhauser Nachrichten", bevor sie nun fix im 100-Prozent-Pensum beim ShF eingestellt wurden. Sind Nachwuchsjournalisten mit Printerfahrung die richtige Besetzung für einen TV-Sender mit brandneuem Konzept? "Wir werden versuchen, so oft wie möglich einen Kameramann mitzuschicken, da wir so die Qualität erhöhen können. Dies hat nichts mit dem Erfahrungsgrad der beiden zu tun. Das würden wir auch machen, wenn wir erfahrene Redaktoren hätten", erklärt Stoll.
Da die Stelle der Chefredaktion aus finanziellen Gründen nicht mehr neu besetzt wird, wird Stoll selber den administrativen Teil der Chefredaktorenfunktion übernehmen. Stoll begründet die knappen Ressourcen mit der nicht erteilten Konzession: "Da wir ohne staatlichen Subventionen auskommen müssen, ist diese Sparmassnahme unumgänglich". (eh)

