03.03.2008

Springer legt Redaktionen von "TV-Star" und "Tele" zusammen

Das Verlagshaus Axel Springer Schweiz stellt sich im Bereich der Fernsehzeitschriften neu auf: Die Redaktionen der vier Programmzeitschriften -- darunter "Tele" und "TV-Star" -- werden zusammengelegt und die Titel im Markt neu positioniert. Zugleich wird auch das Verlagsgeschäft unter einem Dach vereint. Jörg Tobuschat, Verlagschef der TV-Zeitschriften, bestätigte am Montag Recherchen von "persoenlich.com". Zu einem Stellenabbau soll es dabei nicht kommen.
Springer legt Redaktionen von "TV-Star" und "Tele" zusammen

Dass Springer den Bereich Programmzeitschriften neu ordnet, kommt nicht überraschend: Vergangenen Herbst hat das Medienhaus die Titel "Tele", "TV4" und "TV2" von Ringier erworben und verschaffte sich so eine marktbeherrschende Stellung im TV-Zeitschriften-Markt. Mit der Neustrukturierung der Programmpresse will Springer verhindern, dass sich die beiden Titel "TV-Star" und "Tele" in Zukunft in die Quere kommen. "Wir positionieren die zwei ehemaligen Konkurrenten, die einander zuvor in einem harten Wettbewerb gegenüberstanden, so weit wie möglich voneinander weg", erklärt Jörg Tobuschat.

Nicht wenige Marktbeobachter waren davon ausgegangen, dass Springer einen oder mehrere Titel der Programmpresse einstellen werde. Soweit kommt es nun aber laut Tobuschat nicht: "Wir verdienen sowohl mit 'Tele' als auch mit 'TV-Star' gutes Geld -- weshalb also sollten wir die beiden Erfolgsprodukte zusammenlegen?" Er spricht sich gegen eine Schliessung von einem der beiden Produkte aus, weil er befürchtet, dass viele Abonnenten nicht vom einen zum anderen Titel überführt werden könnten.

An der publizistischen Ausrichtung der Zeitschrift "TV-Star" ändert sich wenig. "Wir werden das Heft inhaltlich so belassen wie es heute ist. Mit seinem People-Konzept soll 'TV-Star' eher Frauen ansprechen", betont Tobuschat. Im Gegensatz dazu wird "Tele" -- mit einem Preis von 3.80 Franken eine der teuersten Programmzeitschriften überhaupt -- konsequent zum Premium-Produkt umgebaut. Das TV-Programm bleibt zwar das Herzstück von "Tele", die Zeitschrift soll jedoch stärker den Charakter eines Magazins erhalten. Dabei werden im Heft all jene Themen Platz haben, die das Fernsehen vorgibt -- von Reisen über Gesundheit, Finanzen und Auto bis hin zur Politik.

In den kommenden Monaten werden die Zeitschriften einem Facelifting unterzogen: "Wir wollen mit komplett überarbeiteten Produkten ins zweite Halbjahr starten", sagt Gion Stecher, der die publizistische Gesamtverantwortung über die Programmpresse von Axel Springer Schweiz trägt. Die Aufmachung der Zeitschriften wird von Grund auf erneuert: "Die neue inhaltliche Ausrichtung muss auch grafisch erkennbar sein", so Stecher weiter, "bei 'TV-Star' ist dies vor allem der People-Aspekt, bei 'Tele' vor allem der Infotainment-Aspekt."

Beliefert werden die Zeitschriften künftig von einer zentralen Redaktion, die sich in die Ressorts "Entertainment" und "Infotainment" aufteilt. Neben dem Gesamtverantwortlichen Gion Stecher amtet dabei Urs Padel als Chefredaktor von "Tele". Dazu kommen zwei stellvertretende Chefredaktoren, welche die beiden Ressorts titelübergreifend leiten. Auch verlagsseitig kommt die Programmpresse unter ein Dach. Im Anzeigengeschäft, das bei den Programmzeitschriften eher harzig verläuft, will Springer künftig die gesamte Titelpalette in den Vordergrund rücken. Zusammen erreichen die vier Fernsehzeitschriften Springers eine Million Leser -- sie bilden damit zusammen eine der reichweitenstärksten Titelkombinationen in der hiesigen Publikumspresse. Diese starke Position im Markt will der Verlag künftig besser ausnützen.

Im Zuge der Zusammenlegung kommt es laut Tobuschat und Stecher nicht zum Aderlass beim Personal -- auch wenn einzelne Stellen mittelfristig verloren gehen könnten. "Für uns steht nicht im Vordergrund, beim Personal zu sparen -- von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen wurden alle Abgänge ersetzt", erklärt Tobuschat. Dass die Programmzeitschriften künftig unter einem Dach produziert werden, hat laut dem Verlagschef bei den Mitarbeitern bislang noch keine Proteste ausgelöst: "Alle ziehen an einem Strang." Den besten Beweis dafür sehe er darin, dass es seit der Übernahme der TV-Zeitschriften von Ringier kaum Fluktuationen gegeben habe.

(Text: David Vonplon)


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