"Die Marke Swiss Retail Federation ist in ausgeschriebener Form und nicht als Kürzel geschützt. Wir können beim besten Willen keine Rechte an unserem Kürzel erkennen", sagt Andrea Hemmi, Sprecherin von Schweizer Radio und Fernsehen, gegenüber dem "Sonntagsblick" und weist damit einen Anspruch der Swiss Retail Federation auf das Kürzel "SRF" "Sonntagsblick" klar zurück.
Bruno Frick, der die Swiss Retail Federation als Präsident vertritt, überzeugt Hemmis Sicht der Dinge nicht. "Geschützt sind nicht nur Marken, sondern auch Namen, Kürzel und Abkürzungen, wenn sie etabliert sind", erklärt er gegenüber persoenlich.com. Genau eine solche Etablierung sei auf seinen Verband unter dem Kürzel SRF zutreffend. Der Jurist untermauert seine Einschätzung mit dem Hinweis, dass selbst das Schweizer Radio und Fernsehen über die Swiss Retail Federation unter dem Kürzel SRF berichtet habe. Dies könne man im Internet nachlesen.
Warum liess die Swiss Retail Federation das Kürzel SRF denn nicht unter ihrem Banner schützen? "Unser Markenzeichen ist Swiss Retail Federation, SRF geniesst hingegen den Namensschutz." Laut Frick legitimiert dies den Anspruch des Verbandes auf das Kürzel zur Genüge, gleichwohl gibt er zu, dass die Ausgangslage für die Auseinandersetzung mit dem Schweizer Radio und Fernsehen natürlich "komfortabler" wäre, wenn der Verband auch die Abkürzung als Marke hätte eintragen lassen.
Davon, dass die Fronten zwischen den beiden SRF verhärtet seien, will Frick nichts wissen. "Wir haben unsere Ansprüche angemeldet und werden Gespräche mit Schweizer Radio und Fernsehen führen." "Direkt, nicht über die Medien", fügt der Mann hinzu, der für die Popularisierung seines Anliegens just die Medien konsultierte, die er jetzt aussen vor lassen möchte.
Mit einem Schreiben vom 20. Dezember 2012 an die Verantwortlichen des Schweizer Fernsehens um "die Klärung von Fragen bezüglich einer Interessenskollision und im Hinblick auf die Nutzungsrechte" reagierte der Verband erst spät auf die Lancierung des neuen Auftritts des Schweizer Radios und Fernsehens unter der Dachmarke SRF. Diese hatte sich spätestens im März 2012 mit der Präsentation der neuen Radiologos abgezeichnet (persoenlich.com berichtete). Trotzdem fühlt sich Frick "überrumpelt" ("Sonntagsblick") und ist der Meinung, der Wechsel sei "kurzfristig" erfolgt, wie er gegenüber persoenlich.com sagt.
Zu den Zielen der Gespräche mit Schweizer Radio und Fernsehen äussert sich Frick zurückhaltend. Offenbar will er sich nicht in die Karten blicken lassen: "Das wird Gegenstand der Gespräche sein." Zentral sei heute, dass die Swiss Retail Federation über Google und andere Suchmaschinen leicht auffindbar bleibe. Wie auch im "Sonntagsblick" zu lesen war, dürfte vor allem die Marginalisierung des Verbands im World Wide Web für dessen Unmut sorgen. Der Verband wird über das Kürzel SRF über Google kaum mehr gefunden.
Hinsichtlich einer etwaigen rechtlichen Auseinandersetzung mit Schweizer Radio und Fernsehen gibt sich Frick selbstbewusst: "Das Namensrecht ist auf unserer Seite." (bn)

