25.09.2011

Treffpunkt Bundesplatz

SRG setzt auf Experten, die von Kandidaten bezahlt werden

Publizistische Leitlinien verletzt?

Die SRG engagiert bei ihrer Wahl-Show "Treffpunkt Bundesplatz" Politexperten, die nebenbei Nationalratskandidaten beraten. Sowohl Louis Perron als auch Mark Balsiger bewerten in der zweiwöchigen Sondersendung öffentlich Politiker und arbeiten gleichzeitig für andere Anwärter, die ebenfalls ins Parlament streben. Beide bestätigen gegenüber der "SonntagsZeitung" ihr Engagement. Die SRG verletze damit ihre publizistischen Leitlinien: Diese schreiben vor, allfällige Interessenkonflikte in den Sendungen zu deklarieren. Laut Pascal Scherrer, dem publizistischen Leiter von DRS 3, werde allerdings "kein Kandidat auftreten, der von einem unserer Experten beraten wird oder sonst mit ihnen in Verbindung steht". Louis Perron berät im derzeitigen Wahlkampf "eine Handvoll Kandidaten". Balsiger teilt mit: "Meine Agentur arbeitet seit 2002 für einzelne Kandidierende, die zu den Mitte-Parteien und dem rot-grünen Spektrum gehören." Man dürfe die Rolle der Experten laut Perron "auch nicht überschätzen. Es ist gedacht als Input, nicht als abschliessendes Urteil wie bei einem Gericht."


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