09.08.2023

Medienpolitik

SSM und Syndicom stellen sich gegen Halbierungsinitiative

Die beiden Mediengewerkschaften warnen vor Abbau von Qualität, Vielfalt und Service, sollte das Budget der SRG zusammengestrichen werden.
Medienpolitik: SSM und Syndicom stellen sich gegen Halbierungsinitiative
Nur noch 200 pro Haushalt und Jahr für die Medienabgabe fordert die SRG-Initiative «200 Franken sind genug!». (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Am Donnerstag wird die SRG-Initiative «200 Franken sind genug!» eingereicht. Das Begehren aus dem Umfeld der SVP verlangt eine Reduktion der von Serafe erhobenen Medienabgabe zur Finanzierung der SRG auf 200 Franken pro Haushalt und Jahr. Heute kostet sie 335 Franken.

Am Tag vor der Übergang der Unterschriften an die Bundeskanzlei meldeten sich die beiden Mediengewerkschaften SSM und Syndicom zu Wort. Sie vertreten die Angestellten der SRG.

In einer gemeinsamen Mitteilung warnen die Verbände vor den Folgen einer allfälligen Annahme der sogenannten Halbierungsinitiative. Sie stehe für den «Abbau von Qualität, Vielfalt und Service». Dieser Angriff auf den medialen Service public sei auch ein Angriff auf die Schweizer Demokratie. SSM und Syndicom wehren sich darum gegen diese «Erosion des Rechts auf unabhängige Information», wie sie schreiben.

«Arbeitsplätze würden vernichtet»

«Sollte die ‹Anti-SRG-Initiative› an der Urne eine Mehrheit finden, muss die SRG ihr regional verankertes, viersprachiges Service public Angebot massiv kürzen. Die heutige Vielfalt kann nicht aufrechterhalten werden», warnt Salvador Atasoy, Co-Präsident der Mediengewerkschaft SSM. «Folglich wird der gesamte Medienplatz Schweiz gravierend geschwächt und tausende Arbeitsplätze vernichtet.»

«Die SRG ist Teil des Service Public. Sparen bei der SRG ist gefährlich, weil es den Zusammenhalt der Schweiz schwächt. Anders als die Initianten behaupten, profitieren private Medien davon nicht. Im Gegenteil: Als Gesellschaft müssen wir die SRG und all jene Medien stärken, die für einen vielfältigen Informationsjournalismus unerlässlich sind», ergänzt Stephanie Vonarburg, Vizepräsidentin von Syndicom in der gemeinsamen Mitteilung der Gewerkschaften.

Zusätzlich kritisieren SSM und Syndicom die massive Einschränkung des Rechts auf freien Zugang zu unabhängiger Information, was der Verfassung widerspreche. (pd/nil)


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