05.07.2012

SF

Stefan Zweifel moderiert "Literaturclub"

Esther Schneider zur Zukunft der Literatur-Sendung.

Stefan Zweifel ist ab dem 18. September 2012 Gesprächsleiter des "Literaturclubs". Der lustvolle Leser und leidenschaftliche Streiter für die Literatur ist 1967 in Zürich geboren. Er ist freier Publizist und war seit 2007 im Kritikerteam des "Literaturclub". Er ist mit Übersetzungen des Marquis de Sade und Rousseaus hervorgetreten, doktorierte in Philosophie und schrieb für "Das Magazin", "DU" und die "NZZ". Seit 2009 leitet er die Gesprächsreihe "Reflektorium" am Burgtheater Wien. 2009 erhielt er den Berliner Preis für Literaturkritik.

Stefan Zweifel zur neuen Aufgabe: "Der 'Literaturclub' war für mich immer eine schöne Schule des Lesens. Ich warte gespannt, wofür mir die neue Kritikerrunde den Blick öffnen wird. Ich möchte die weite Landschaft der Schweizer Literatur genauer erkunden. Denn eng ist sie schon lange nicht mehr. Und auch sonst möchte ich aus globaler Ferne im Fremden das Eigene erkennen."

SRF besetzt die Kritikerrunde der renommierten Literatursendung mit Elke Heidenreich, Rüdiger Safranski und Hildegard Elisabeth Keller ab dem 18. September 2012 ebenfalls neu. Einen festen Platz im Kritikerteam des "Literaturclub" nimmt neu Elke Heidenreich ein. Die einem breiten Publikum bekannte Schriftstellerin und Literaturkritikerin wurde populär mit ihren Radiosendungen, ihren Buchveröffentlichungen und der Sendung "Lesen!", die sie von 2003 bis 2008 im ZDF moderierte. Ab 2008 gab sie in einer eigenen Edition Musikbücher heraus. Für ihre Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet. (pd)

Persoenlich.com hat mit Esther Schneider, Redaktionsleiterin Literatur SRF, darüber gesprochen, was die Zuschauer ab 18. September im "Literaturclub" erwartet. Das Interview:

Frau Schneider, welche Pläne haben Sie mit dem "Literaturclub"?

Der "Literaturclub" ist die einzige Sendung im deutschsprachigen TV, in der prominente Kritiker 75 Minuten lang über Bücher diskutieren. Und das an einem "late primetime" Sendeplatz zur besten Stunde. SRF setzt mit diesem Format weiterhin auf den Service Public und eine etablierte Literatursendung.

Wird sich im Aufbau vom Literaturclub/dem Sendekonzept auf den 18. September etwas ändern?

Das Konzept wird nur leicht angepasst. Der "Literaturclub" setzt auf das vertiefende Gespräch über Bücher: Neuerscheinungen und neu aufgelegte Klassiker. Auch Sachbücher werden weiterhin berücksichtigt. Die Diskussion wird von Fall zu Fall durch Einspieler unterstützt, die neu vor allem dokumentarischen Charakter haben. Auf die Rubrik "Mit wem schlafen Sie" wird in Zukunft verzichtet. Auch Gäste sind noch Bestandteil der Sendung.

Zu reden gaben zuletzt die steifen und unbequem wirkenden Hochstühle für die Diskutierenden. Erlebt das Publikum nun die Rückkehr von Gemütlichkeit, das Versinken in schwere Ledermöbel und Pfeifentabak?

Das Gespräch kommt weiterhin aus dem Papiersaal, allerdings wird nicht mehr an der Bar diskutiert, sondern in Sesseln. Unsere Kritiker sind Garanten dafür, dass das Publikum nicht in den Sesseln zu Hause versinken wird.

Welche Schwerpunkte werden Sie bezüglich der Literatur-Auswahl setzen?

Der "Literaturclub" pflegt einen breiten Literaturbegriff, den auch die Kritiker mit ihrem Blick gewährleisten. Ein besonderer Fokus liegt natürlich auf der Schweizer Literatur.

Ist das Team mit Rüdiger Safranski, Elke Heidenreich und Hildegard Elisabet Keller in jeder Sendung fix dabei?

Rüdiger Safranski und Elke Heidereich sind immer dabei. Da Hildegard Keller zurzeit einen Lehrauftrag in den USA hat, wird sie nicht jedes Mal dabei sein können. Wir freuen uns, dass ihr Platz durch eine zweite Kritikerstimme aus der Schweiz besetzt werden wird. Wer das ist, wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Werden Sie eher versuchen, die Sendung zu popularisieren oder das Expertengespräch zu kultivieren?

Wir haben bewusst Experten ausgesucht, die eine hohe Vermittlungskompetenz mitbringen und das auch schon im Fernsehen bewiesen haben. Sie alle haben Spass am geistreichen und humorvollen Disput und können diesen auch lustvoll dem Publikum näher bringen. Denn das Ziel ist, das Publikum zum Lesen zu verführen.

Interview: Benedict Neff


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen