27.11.2007

Ringier

Stellenabbau bei Blick und SonntagsBlick

Ringier setzt bei der Blick Gruppe den Rotstift an. Im Rahmen eines Sparprogramms werden insgesamt 9.8 Stellen abgebaut, wie das Medienhaus am Dienstag mitteilt. Beim "SonntagsBlick" werden 3,6 Stellen reduziert, bem "Blick" sind es 6,2 Stellen, davon 2,4 in der Redaktion. Betroffen sind insgesamt 18 Mitarbeiter. Im Gegenzug kündigt Zeitungschef Marc Walder auf Anfrage von "persoenlich.com" grössere Investitionen in den "neuen" Blick an.
Ringier: Stellenabbau bei Blick und SonntagsBlick

Der Stellenabbau ist laut Ringier Teil eines Programms zur Kostenoptimierung. "Wir sind dort schlanker geworden, wo es journalistisch zu verantworten war", sagt Zeitungschef Marc Walder auf Anfrage von "persoenlich.com". Alle Medien stünden heute vor der Herausforderung, journalistisch hohe Qualität bei gleichzeitig hohen Kosteneffizienz garantieren zu können. Walder verweist auf die Westschweizer Zeitschrift Illustré, welche trotz Kostenreduktion ein hervorragendes Blatt mache. Am Grundsatz, dass guter Journalismus immer Geld koste, ändere sich nichts.

Doch wofür will Ringier das eingesparte Geld einsetzen? Nach dem Relaunch des SonntagsBlick und dessen Magazin sollen die Mittel nun in den Blick investiert werden, sagt Walder. Am 5. März 2008 erscheint die stagnierende Boulevardzeitung in neuer Aufmachung und mit "magazinigerem" Inhalt. Der Umfang soll laut Ringier erweitert und die Frühzustellung in den Agglomerationen geprüft werden. Im Zuge dieser Veränderungen will Blick-Chefredaktor Bernhard Weissberg Stellen bei den Reportern verlagern.

Bereits am Montag machte "persoenlich.com" publik, dass es für den Karikaturist Nico mit seinem Stil im "neuen" Blick keinen Platz mehr hat. Auf einen Zeichner oder Illustrator wollen Blick und SonntagsBlick indessen nicht verzichten. "Wir haben bereits verschiedene Pläne und Ideen, die sind aber noch nicht spruchreif", sagt Walder.

Gerüchte, wonach auch Jürg Rahmspecks tägliche Kolumne beim Blick eingestellt werde, dementiert Walder. Und auch der Angesprochene selber verspricht gegenüber "persoenlich.com": "Ich werde ab März sogar noch intensiver für den Blick im Einsatz stehen." Bislang allerdings sei noch unklar gewesen, welcher Platz seiner Kolumne ab März zugesprochen werde.

Die Redaktion des SonntagsBlick hat im Ausland-Ressort und im Nachrichtenbüro Bern -- nicht zu verwechseln mit dem Bundeshaus-Büro -- Abgänge zu verzeichnen. So verlässt Auslandchef Johannes von Dohnanyi die Redaktion -- auf eigenen Wunsch, wie Walder erklärt. Beide Zeitungen seien damit nun fit und für die Pläne im 2008 gut aufgestellt.

Die Mediengewerkschaft comedia kritisiert den Stellenabbau. Nach dem überraschenden Aus für die Wirtschaftszeitung Cash sei dies die zweite Hiobsbotschaft in diesem Jahr aus dem Hause Ringier. Es sei sehr bedauerlich, dass Ringier wiederum beim Personal spart, statt in die Mitarbeitenden zu investieren.

comedia fordert den Ringier-Verlag auf, allen betroffenen Mitarbeitenden eine gleichwertige Stelle innerhalb des Medienhauses anzubieten. Wo dies nicht möglich sei, brauche es einen angemessenen Sozialplan. comedia wird das Personal und ihre Vertretung bei den Sozialplanverhandlungen unterstützen. Ringier versprach derweil, den Stellenabbau mit einem "grosszügigen Sozialplan" aufzufangen. "Wenn immer möglich werden den Betroffenen intern Stellen angeboten", heisst es im Communiqué. .


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