Avenir Suisse stellt den Konflikt zwischen der SRG und den Verlegern um Werbung im Internet unter dem Titel "Kampf ums Netz" auf einem Plakat dar. Dessen Inhalte beruhen auf einer Umfrage bei grossen Schweizer Medienhäusern, wie es in einem Artikel von Markus Schär heisst. Dabei gaben diese auch Zahlen zu den veränderten Werbeeinnahmen an. Diese schrumpften beim "Tages-Anzeiger" seit 2000 um drei Viertel, bei der NZZ gar um die Hälfte. Der Umsatz von Tamedia ging von 818 Millionen (2000) auf 806 Millionen Franken (2010) zurück. Die Einnahmen der NZZ-Gruppe schwanden von 532 Millionen auf 518 Millionen Franken, und jene von Edipresse Schweiz brachen gar um 15 Prozent ein.

Das Plakat zeigt auch auf, wie sich die Gewichte im Geschäft verschieben. So schrumpfte bei der NZZ-Gruppe der Umsatzanteil von Printwerbung von 52 Prozent (2000) auf 37 Prozent (2010), während die Vertriebseinnahmen von 17 Prozent auf 29 Prozent zunahmen. Diese Entwicklung lasse sich bei allen Verlagshäusern ausser Ringier Schweiz beobachten. Ringier wandle sich zum Unterhaltungskonzern: Während es 2000 noch 14 Prozent des Umsatzes mit Nicht-Verlagsaktivitäten machte, erzielte es 2010 schon mehr als ein Drittel des Umsatzes mit solchen Aktivitäten.
In seinem Artikel kommt Schär zum Schluss: Auf dem Netz kommen sich die Verleger und die SRG erstmals in die Quere. Deshalb stellt sich die Grundsatzfrage, wie der Service public zu verstehen ist. Die SRG, die sich bei fast drei Viertel ihrer Einnahmen auf die Zwangsgebühren verlassen kann, muss ihr Angebot einschränken und darf es keinesfalls auf Kosten der Verleger weiter ausbauen.
Eine grössere Darstellung des Plakats finden Sie hier. (sl)

