27.08.2011

NZZaS

"Stil"- Magazin lanciert

Felix E. Müller über das Potenzial der neuen Beilage.

Herr Müller, am Sonntag wird eine neue "Stil"-Beilage lanciert. Was erwartet die Leser?

Mehr Lebensfreude, mehr Lebensgenuss und mehr Lebenshilfe! Das neue Stil-Magazin ist umfangreicher als der alte Stil-Bund. Es ist in Magazin-Qualität gedruckt, optisch also ein Aufsteller. Und es hilft, die grossen und kleinen Fragen des guten Lebensstils und der guten Alltagsgestaltung mit Niveau und aus einer positiven Grundhaltung heraus zu bewältigen

Warum hat man sich entschieden, statt einer Stil-Rubrik in der "NZZaS" eine ganze Beilage für diesen Bereich zu schaffen?

Der bisherige Stl-Bund war ursprünglich eine Pioniertat im Schweizer Journalismus und wurde deshalb oft kopiert. Da wollten wir etwas Neues wagen. Sodann befriedigte der Zeitungsdruck die gestiegenen Ansprüche von Lesern und Inserenten an die optische Qualität nicht mehr. Zudem erlaubt der grössere Umfang eine viel flexiblere und dynamischer Gestaltung, was gerade bei diesem Thema wichtig ist. Und was wichtig ist: Wir produzieren als erste Zeitung in der Schweiz ein wochenaktuelles Lifestyle-Magazin. Redaktionsschluss ist am Donnerstagmittag. Am Sonntag haben die Leserinnen und Leser das Heft im Briefkasten.

Wie grenzt sich die Beilage gegenüber dem Magazin "Z" der NZZ ab, das sich an "lifestyle-affine" Leser wendet?

Das "Z" ist Luxus pur, das "Z" entführt uns in Traumwelten, die für die meisten nicht Alltagserfahrung sind, Deshalb auch das grosszügige, opulente Überformat und das klassische Glanz-Magazinpapier. Das neue Stil-Magazin ist näher an unserer Alltagsrealität, es ist vom Format her kleiner, das Papier ist matt. Es will praktische Lebenshilfe bieten und beispielsweise Vorschläge für einen perfekten Sonntagsausflug oder die Stil-Beratung von Jeroen van Rooijen. Es scheut nicht davor zurück, beispielsweise im Januarloch gute Weine für kleine Budgets zu empfehlen. Was im Stil-Magazin steht, geht mich als Leserin oder Leser durchaus direkt etwas an.

Die Berichterstattung über Lifestyle ist anfällig für PR. Wie garantieren Sie die redaktionelle Unabhängigkeit?

Indem wir uns nicht von den PR-Apparaten der Lifestyle-Industrie treiben lassen, sondern bestrebt sind, Themen selbst zu setzen und sie danach journalistisch selbst und nach eigenen Massstäben aufzuarbeiten.

Wer arbeitet für die Beilage?

Es sind rund sieben festangestellte Redaktoren, inklusive Bildredaktion und AD. Die gleiche Redaktion produziert sowohl das "Z" wie das Stil-Magazin.

Eine Stil-Beilage birgt Potenzial für Werbekunden aus dem Luxus-Segment. Die Lancierung erfolgt mitten in einer sich abzeichnenden Wirtschaftskrise. Warum lohnt sich die neue Beilage trotzdem?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich ein gutes Produkt durchsetzt, egal ob die Zeiten gut sind oder schlecht. Schon die "NZZ am Sonntag" wurde im Jahr 2002 mitten in einem dramatischen Wirtschaftsabschwung lanciert, was der Zeitung letztlich nicht geschadet hat. Ich bin also diesbezüglich abgebrüht. Allerdings wird man mit den knappen redaktionellen Mitteln noch sorgfältiger und bewusster umgehen müssen als wir es ohnehin schon tun. Zudem glaube ich, dass die Lifestyle-Industrie den Abschwung weniger stark spüren wird als andere Branchen.

Interview: Corinne Bauer.


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