23.07.2013

NZZ

Südamerika-Korrespondentenstelle neu besetzt

Werner Marti kehrt in die Schweiz zurück, Tjerk Brühwiller übernimmt.
NZZ: Südamerika-Korrespondentenstelle neu besetzt

Stabsübergabe in Südamerika: Wie persoenlich.com weiss, kehrt NZZ-Südamerika-Korrespondent Werner Marti aus familiären Gründen in die Schweiz zurück. Deshalb übernimmt neu Tjerk Brühwiller seine Aufgaben. Brühwiller wohnt bereits seit längerem in São Paulo. Von dort aus berichtete er seit 2009 als freischaffender Korrespondent für verschiedene Zeitungen - unter anderem für die NZZ. Ab 1. Juli wird nun Brühwiller zu 100 Prozent angestellt und exklusiv für die NZZ schreiben. "Mit einem kleineren Pensum liesse sich dieser Posten wohl kaum bewältigen. Weiterhin darf ich dem SRF (meistens Radio SRF 4 News) für Gespräche zur Verfügung stehen", erklärt er auf Anfrage von persoenlich.com.

Zu günstigem Zeitpunkt eingestiegen
Dass Brühwiller 2009 den Schritt als freischaffender Brasilien-Korrespondent gewagt hatte, zahlt sich nun aus. "Der Zeitpunkt damals war günstig, da Brasilien in den letzten Jahren wirtschaftlich und politisch an Bedeutung gewonnen hat. Ich hatte also immer genügend zu tun, vor allem auch für die NZZ. Der Draht zur Falkenstrasse wurde dadurch immer enger. Als sich die Rückkehr von Werner Marti abzeichnete, zählte ich zum Kreis der Kandidaten und wurde für einen Redaktionseinsatz nach Zürich geholt", erklärt der 34-Jährige den Weg zu seinem Traumjob.

Papstbesuch in Rio als wichtiges Thema
Brühwiller wird – anders als sein Vorgänger Werner Marti, der in Buenos Aires lebte – weiterhin in São Paulo stationiert sein, wo er mit Ehefrau und Tochter wohnt. Von dort aus wird er nicht nur über Brasilien, sondern z.B. auch über Argentinien, Chile, Bolivien, Peru, Kolumbien, Venezuela berichten. Darum wird er fortan häufiger längere Reisen unternehmen. "Ich hoffe, die Länder so oft wie möglich besuchen zu können. Das wird auch von mir verlangt. Südamerika ist riesig und voller interessanter Geschichten", so Brühwiller. Neben dem Tagesgeschehen beschäftigt ihn im Moment vor allem der Papstbesuch in Rio. "Ich werde im Laufe der Woche nach Rio fliegen um mir ein Bild vor Ort machen. Mittelfristig sind einige Reportagen angedacht, ich kann aber noch nichts Konkretes dazu sagen."

Brühwiller hatte an der Universität Zürich sein Studium der Medienwissenschaften, Geschichte und Politikwissenschaften mit einer Studie zum Einfluss des Wettbewerbs auf Medieninhalt- und qualität abgeschlossen. Während und nach dem Studium war er ab 1999 Volontär, freischaffender Mitarbeiter, Redaktor und später Teamleiter bei der "Zürichsee Zeitung".

Werner Marti zieht von Buenos Aires nach Rapperswil
Sein Vorgänger Werner Marti war seit 2008 NZZ-Korrespondent. Weil Martis Sohn bald die Matura machen wird, kehrte er vor kurzem zurück in die Schweiz – an seinen früheren Wohnsitz in Rapperswil-Jona. Der Lateinamerikaexperte arbeitet ab 5. August wieder in der Auslandredaktion der NZZ an der Falkenstrasse. Der Abschied aus Argentinien fällt ihm nicht leicht: "Ich könnte gut noch länger bleiben, denn mir gefällt es sehr in Buenos Aires. Wer weiss, vielleicht werde ich später irgendwann noch einen anderen Korrespondentenposten antreten. Aber wenn ich mir dies so richtig konkret überlege, wäre eigentlich jede Korrespondentenstelle nach Buenos Aires ein Abstieg", sagte Marti in einem Interview, welches persoenlich.com Ende 2012 in Buenos Aires führte.

Text: Edith Hollenstein, Hauptbild: Keystone


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