10.07.2023

SRF

Susanne Wille stoppt Dok-Film zu ritueller Gewalt

Das Schweizer Fernsehen verzichtet auf die Ausstrahlung eines Dokumentarfilms, der Verschwörungserzählungen über Gedankenkontrolle und rituellen Missbrauch enthält.
SRF: Susanne Wille stoppt Dok-Film zu ritueller Gewalt
SRF-Kulturchefin Susanne Wille zog die Reissleine: Dok-Film «Es geschieht mitten unter uns» wird nicht gezeigt. (Bild: SRF/Matthias Willi)

Wie der Tages-Anzeiger am Montag berichtet, hat SRF-Kulturchefin Susanne Wille bei der Abnahme des Dokumentarfilms «Es geschieht mitten unter uns» Ende 2021 die Reissleine gezogen und sich gegen eine Ausstrahlung entschieden.

Der Film enthalte «zweifellos» verschwörungserzählerische Elemente, begründet SRF-Stabsleiter René Schell den Entscheid gegenüber dem Tages-Anzeiger. Gemeint ist damit das Konstrukt Rituelle Gewalt/Mind Control, das behauptet, dass Täter mit Spezialwissen ihre meist weiblichen Opfer so stark manipulieren können, dass sie damit in den Erinnerungen ihrer Opfer grausame Verbrechen vertuschen können. Tatsächlich konnte dies wissenschaftlich nie nachgewiesen werden. Trotzdem kursiert die Verschwörungserzählung teilweise in der Psychiatrie und der Justiz.

Der Dokumentarfilm wurde von der öffentlichen Hand mit insgesamt 125’000 Franken unterstützt. (sda/nil)


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Max Röthlisberger
19.07.2023 18:46 Uhr
Im Grunde genommen ist in meinem Umfeld niemand mehr glücklich mit „unserer“ SRG. Was_mich_besonders irritiert, fast zu jedem Informations-Beitrag wird ein interner „wissenschaftlicher Mitarbeiter“ beigezogen. Ich frage mich, wie viele wissenschaftliche Mitarbeiter beschäftigt die SRG? Ist das nötig? Das Wissen der Journalisten und Moderatoren sollte doch ausreichen, oder ?
Dave Murdoch
18.07.2023 09:22 Uhr
Interessant. Wird sicherlich irgendwo online auftauchen. SRF und Co. sind eben nicht mehr die Go-To-Medien, die sie einmal waren.
Kommentarfunktion wurde geschlossen