Die SRG richtet Swissinfo neu aus und strafft das Angebot der Internet-Informationsplattform. Bis Ende 2012 wird bei Swissinfo fast jede dritte Stelle gestrichen - 40 von 126 Vollzeitstellen werden abgebaut, wie die SRG SSR am Dienstag mitteilte. Die drei landessprachlichen Redaktionen in Deutsch, Französisch und Italienisch werden zu einer neuen nationalen Redaktion zusammengefasst und verkleinert. Das Budget wird von heute 26 Millionen Franken um einen Drittel verkleinert. Die Einsparungen in Höhe von jährlich neun Millionen Franken kommen je zur Hälfte dem Bund als Auftraggeber und der SRG zugute.
Der Abbau betreffe zu zwei Dritteln Funktionen im Supportbereich und zu einem Drittel die Redaktionen. Zwei Drittel der Stellen werden laut der SRG voraussichtlich über natürliche Abgänge, Frühpensionierungen und interne Stellenwechsel in andere Unternehmenseinheiten abgebaut. In den übrigen Fällen werde es Kündigungen geben. Der Abbau soll bis Ende 2012 erfolgen. Swissinfo - das ehemalige Schweizer Radio International - wird weiterhin in Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Arabisch, Chinesisch, Japanisch, Spanisch und Portugiesisch Informationen zur Schweizer Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft anbieten. Ab 2013 soll auch ein russischer Dienst eingeführt werden.
Nachrichten bleiben dabei ein fester Bestandteil, sichert die SRG zu. Auch die Abstimmungsdossiers in Deutsch, Französisch und Italienisch werden beibehalten. Die Restrukturierung von Swissinfo ist bereits seit Jahren ein Thema. Die Auslandschweizer-Organisation zeigte sich sehr besorgt. Das Budget von Swissinfo sei von 1998 bis 2008 bereits um zwei Fünftel gekürzt worden, schreibt die Organisation. Mit dem neuerlichen Schnitt stehe die Erfüllung des gesetzlichen Auftrags in Frage. Zudem habe Swissinfo steigende Nutzerzahlen. Bund und SRG müssten sich endlich auf eine langfristige Strategie einigen. Swissinfo werde dauernd in Frage gestellt, was nicht weiter toleriert werden könne.
Das Schweizer Syndikat Medienschaffender (SSM), die Gewerkschaft von Radio und Fernsehen, begrüsst das Bekenntnis zu Swissinfo, kann den Abbau bei den Landessprachen aber nicht nachvollziehen. Zudem protestiert SSM gegen den Abbau von 40 Vollzeitstellen. Für die Gewerkschaft syndicom "beugt sich die SRG dem anhaltenden rechtsbürgerlichen Druck auf den Service public". Wie nach dem Stellenabbau ein qualitativ hochstehender Dienst aufrechterhalten werden solle, sei nicht klar, heisst es in einer Medienmitteilung. (sda)

