30.04.2014

Reporter ohne Grenzen

Syrien ist das gefährlichste Land für Medienschaffende

Auch Russland kommt in Sachen Pressefreiheit nicht gut weg.

Die Arbeit von Journalisten ist nicht sicherer geworden, zog die Organisation "Reporter ohne Grenzen" Bilanz für 2013. Kritische Journalisten setzen vielerorts ihre Freiheit und ihre Gesundheit aufs Spiel. Dazu gab die Organisation auch eine Liste mit 100 Medienschaffenden heraus, welche sich besonderen Risiken und Zensuren aussetzten (persoenlich.com berichetete).

Syrien nimmt auf der aktuellen Rangliste der Pressefreiheit von "Reporter ohne Grenzen" (ROG) Platz 177 von 180 Ländern ein. Syrien ist laut ROG das gefährlichste Land für Medienschaffende. Sie sind in dem Bürgerkriegsland von allen Seiten bedroht - durch Sicherheitskräfte des Assad-Regimes und auch durch islamistische Rebellengruppen. Ende 2013 galten mindestens 18 ausländische Journalisten und 22 einheimische Medienarbeiter als entführt oder vermisst, mindestens 40 weitere sassen laut ROG im Gefängnis. 10 professionelle Berichterstatter und 35 Bürgerjournalisten wurden demnach getötet.

Die Reporter-Organisation sieht seit Beginn des Arabischen Frühlings keinerlei Fortschritte für die Pressefreiheit in Ägypten (Platz 159). Unter Präsident Mohammed Mursi versuchte die Muslimbrüderschaft, die staatlichen Medien unter ihre Kontrolle zu bringen. Klagen und Prozesse gegen Journalisten hätten sich gehäuft. Seit Mursis Sturz durch das Militär betreibt die Regierung laut ROG eine Hexenjagd gegen Muslimbrüder und deren angebliche Sympathisanten in den Medien. Willkürliche Verhaftungen und Folter von Berichterstattern seien an der Tagesordnung.

Auch Russland kommt nicht gut weg 
Trotz einiger begrenzter Reformen sind die Praktiken der Justiz in der Türkei (Platz 154) nach den Angaben weiter repressiv. Bei den regierungskritischen Gezi-Park-Protesten im Sommer 2013 wurden ROG zufolge 153 Journalisten verletzt und 39 festgenommen, mindestens 14 verloren ihren Job.

Russland kommt in Sachen Pressefreiheit auch nicht gut weg (Rang 148). Mehrere Gesetze schränkten die Medienfreiheit weiter ein. Seit 2013 ist es verboten, in den Medien religiöse Werte zu beleidigen oder für "nicht traditionelle sexuelle Beziehungen" zu werben. Das Fernsehen ist den Angaben zufolge fast flächendeckend staatlich kontrolliert. Journalisten werden laut ROG unter dubiosen Vorwürfen strafrechtlich verfolgt. Vor allem im Nordkaukasus werden immer wieder Journalisten ermordet.

Journalisten in der Ukraine sind vor allem im Osten des Landes nach Angaben der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zunehmend Gewalt und Drohungen ausgesetzt. Auch von der Krim gab es vor und nach dem Referendum zum Anschluss an Russland entsprechende Berichte. In Kiew zwangen ein rechtspopulistischer Abgeordneter und einige Handlanger den Chef des Staatsfernsehens mit Beschimpfungen und Schlägen zum Rücktritt. Bei den Massenprotesten gegen den im Februar entmachteten Präsidenten Viktor Janukowitsch wurden laut ROG ebenfalls Dutzende Journalisten angegriffen. (sda)


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