03.07.2020

Berichterstattung über Corona

«Tagesschau» erhält die besten Noten

Eine vor drei Wochen durchgeführte Onlinebefragung zeigt: Nur 42 Prozent der Schweizer Bevölkerung sind mit der Arbeit der Medien zufrieden. Gute Noten erhalten SRF-TV-Sendungen. Am Schluss rangieren 20 Minuten und der Blick.
Berichterstattung über Corona: «Tagesschau» erhält die besten Noten
Widersprüche oder zu viel Angst geschürt? Ein Mann liest im Tram die Pendlerzeitung 20 Minuten. (Bild: Keystone-SDA/Ennio Leanza)

Zu Hofberichterstattern des Bundes seien sie mutiert, hätten Panik verbreitet – so lauten einige Kritikpunkte an der Berichterstattung der Schweizer Medien rund um das Coronavirus. In einer repräsentativen Online-Umfrage von Marketagent.com Schweiz – durchgeführt vom 5. bis 16. Juni 2020 – gaben 1000 Personen aus der Deutsch- und Westschweiz zwischen 14 und 74 Jahren Auskunft, wie sie die Arbeit der hiesigen Medien beurteilen. Das Verdikt sei recht gut ausgefallen, wie das Meinungsforschungsinstitut in einer Mitteilung schreibt.

So zeigen sich immerhin 42 Prozent der Befragten mit der Berichterstattung grundsätzlich zufrieden. Dabei sind mit 45 Prozent mehr Ältere (50 bis 75 Jahre) dieser Meinung als Jüngere (14 bis 29 Jahre) – dort sind es 36 Prozent. Auf der anderen Seite geben 23 Prozent der Befragten an, unzufrieden zu sein.

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Liegt das allenfalls daran, dass die Medien zu viel Angst geschürt haben? Diese Ansicht vertreten 41 Prozent, wobei es bei den Jüngeren 45 Prozent sind und bei den Älteren 37 Prozent.

Rolle als «vierte Gewalt» wahrgenommen

Lediglich knapp die Hälfte der Befragten sagt, dass sie in den Schweizer Medien die Informationen erhalten haben, die sie gesucht haben. Das ist angesichts des riesigen Informationsbedürfnisses der Bevölkerung als Manko zu werten. Bei den Jüngeren geben gar nur knapp 40 Prozent an, sie hätten die für sie relevanten Informationen gefunden. Den Vorwurf der Hofberichterstattung teilen nur wenige. So ist gerade einmal ein Fünftel der Befragten der Meinung, die Schweizer Medien hätten ihre Rolle als «vierte Gewalt» im Staat zu wenig wahrgenommen.

Ungenügend für den Blick

Wie in der Schule wurden die Befragten aufgefordert, den Medien Noten zu verteilen. Eine 6 gab es keine. Es wurden aber auch keine sehr schlechten Noten verteilt. Am besten schneidet SRF-«Tagessschau» ab mit der Durchschnittsnote 4,7, gefolgt «10vor10» mit 4,6.

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Die NZZ ist unter den Zeitungsmedien mit 4,3 am besten benotet – wobei immerhin 54 Prozent der NZZ-Leserinnen und -Leser die Noten 5 und 6 verteilten –, gefolgt vom Bund mit 4,2 und dem Tages-Anzeiger mit 4,2. Der Blick weist mit 3,4 die schlechteste Bewertung der benoteten Medien aus, knapp vor 20 Minuten.

Auch Universität Zürich untersuchte die Mediennutzung

Das gute Abschneiden des Schweizer Fernsehens deckt sich teilweise mit den Ergebnissen einer Studie der Universität Zürich im Auftrag des Bundesamts für Kommunikation. Sie untersuchte die Mediennutzung der Bevölkerung zu Beginn des Lockdowns, zwischen dem 19. bis zum 24. März ebenfalls mit einer Onlinebefragung unter 1000 Personen. Die Uni-Studie zeigte, dass in der Krise Informationsangeboten des Bundes und den Sendern des Schweizer Fernsehens hohe Relevanz zukam, vor allem bei der älteren Bevölkerungsgruppe. (persoenlich.com berichtete). (pd/eh)



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