10.03.2023

Jahresbilanz 2022

Tamedia-Peko fordert Transparenz

Ein drohender Abbau wegen schlechter Geschäftszahlen: Die Personalkommission will von der Tamedia-GL «Klärung, was konkret geplant ist». Die Gewerkschaft Syndicom kritisiert die Dividendenausschüttung: «Was die TX Group macht, ist ein No-Go.»
Jahresbilanz 2022: Tamedia-Peko fordert Transparenz
Stammleser zu verlieren, «kann sich der Tagi nicht leisten», schreibt die Dach-Peko an die Tamedia-Geschäftsleitung. (Bild: Keystone/Gaëtan Bally)

In einer Stellungnahme zum Jahresergebnis 2022 der TX Group wendet sich die Dach-Personalkommission an die Geschäftsleitung. Das Jahresergebnis nehme man «mit Sorge zur Kenntnis». Die geplante Stärkung der einzelnen Marken sei der richtige Weg. «Er kann aber nur gelingen, wenn alle am selben Strick ziehen», heisst es im Schreiben, das persoenlich.com vorliegt. Es ist adressiert an TX-Group-Verwaltungsratspräsident und Tamedia-Verleger Pietro Supino, Tamedia-Geschäftsführer Andreas Schaffner und Mathias Müller von Blumencron, interimistischer Leiter Bereich Publizistik & Produkt.

Die Dach-Peko bedauert, dass «nicht einmal ein teilweiser Teuerungsausgleich vorgesehen ist», zumal die finanzielle Lage der Gruppe solid sei. «Umso stossender ist, dass Mitglieder des Kaders offenbar einen Bonus erhalten.» Die Tamedia-Bezahlzeitungen hätten in den letzten Monaten auf dem Arbeitsmarkt «erheblich an Attraktivität verloren».

Dieses Vorgehen sorgt auch bei der Gewerkschaft Syndicom für Unverständnis. «Was TX Group macht, ist ein No-Go», so Syndicom-Mediensprecher Dominik Fitze auf Anfrage. «Keine Lohnerhöhungen trotz Teuerung und gleichzeitig über 40 Millionen Sonderdividende auszahlen – damit werden die Mitarbeitenden für dumm verkauft.»

Als Folge des tieferen Ergebnisses wird die Ausschüttung zusammengestrichen. So sollen die Aktionärinnen und Aktionäre eine reguläre Dividende von noch 0.30 Franken nach 3.20 Franken im Vorjahr erhalten. Dazu kommt eine erneute Sonderausschüttung von 4.20 Franken aus dem Mittelzufluss im Nachgang der Gründung der Swiss Marketplace Group zusammen, wie die TX Group mitteilte.

Zürich-Ressort ist «unverzichtbar»

Die Ausgliederung des Zürich-Ressorts aus der Tages-Anzeiger-Chefredaktion soll «bei der Belegschaft der übrigen Tamedia-Titel für Unverständnis» sorgen, schreibt die Dach-Peko an die Tamedia-Führungsriege. Das Zürich-Ressort sei «ein integraler und unverzichtbarer Teil des Tages Anzeigers», auch für die Stammleserschaft, heisst es.

Schliesslich nehme die Dach-Peko Supinos Aussagen mit Besorgnis zur Kenntnis, wonach «in rückläufigen Bereichen Anpassungen unumgänglich» seien. «Wir sind der Ansicht, dass ein weiterer Personalabbau nicht zu verantworten ist. Wir bitten möglichst rasch um Klärung, was konkret geplant ist.»


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