21.12.2022

Teuerung

Bei Schaffhauser AZ steigt Lohn um 4 Prozent

Nun liegen die Umfrageresultate des Berufsverbands Impressum vor: 15 von 20 Medienhäusern erhöhen die Löhne oder gewähren eine Einmalzahlung. persoenlich.com listet alle bisher bekannten Daten auf.
Teuerung: Bei Schaffhauser AZ steigt Lohn um 4 Prozent
Bei vielen Medienhäusern kommt Bewegung in die Lohnmassnahmen, sodass die Mitarbeitenden 2023 wieder etwas mehr Geld in der Tasche haben. (Bild: Pixabay)

Der Berufsverband Impressum hat im Oktober eine Branchenumfrage zum Thema Teuerung initiiert (persoenlich.com berichtete). Die Antworten zeigen laut einer Mitteilung vom Mittwoch «eine positive Tendenz». Von 20 Verlagen hätten 15 Medienhäuser angegeben, dass sie ihren Mitarbeitenden im kommenden Jahr entweder eine Lohnerhöhung oder eine einmalige Zahlung gewähren. Die Lohnanpassungen der Medienhäuser würden zwischen 1 und 4 Prozent variieren.

Impressum schreibt in der Mitteilung: «Im Dialog mit den Verlagen hat sich gezeigt, dass insbesondere kleine Verlage Wert darauf legen, zumindest einen Teil der Teuerung auszugleichen oder sich mit anderen Leistungen erkenntlich zu zeigen. Selbst wenn sie finanziell keinen grossen Spielraum haben, wollen sie dem Reallohnverlust der Journalistinnen und Journalisten entgegentreten und zumindest einen kleinen Ausgleich gewähren.» Ein Verlagsleiter eines ganz kleinen Medienhauses habe sich am Telefon gar empört, dass man ihm diese Frage stelle. Es sei selbstverständlich, dass er seinen Mitarbeitenden Sorge trage und die Teuerung ausgleichen werde, denn seine Mitarbeitenden seien schliesslich sein Kapital.

Auch persoenlich.com hat in den letzten Wochen diverse Medienhäuser angefragt. So war beim Verlag Konsumenteninfo, der auch den K-Tipp oder Saldo herausgibt, schon früh klar, dass es für nächstes Jahr eine Lohnerhöhung gibt. 3 Prozent wird die Lohnerhöhung betragen, wie eine Nachfrage am Mittwoch ergab. Bei Keystone-SDA erhält gut die Hälfte der Lohnempfänger eine Erhöhung von generell 2 Prozent. Bei CH Media profitieren die Angestellten mit einem monatlichen Bruttolohn bis 7500 Franken ab April von bis zu 2 Prozent Teuerungsausgleich, und die SRG hebt die Saläre aller Mitarbeitenden ab April um 2,8 Prozent an.

Einmalzahlung bei Ringier

Auch bei Ringier ist mittlerweile klar, wie die Teuerung ausgeglichen wird. «Die Mitarbeitenden bis einschliesslich Managementstufe 3 der Ringier AG in der Schweiz, einschliesslich der Tochtergesellschaften Admeira, Ringier Sports sowie Ringier Axel Springer Schweiz, erhalten im Jahr 2023 als Dankeschön und zur Abfederung der Teuerung eine einmalige Prämie in Höhe von 2000 Franken», so Ringier-Kommunikationschefin Johanna Walser am Mittwoch auf Anfrage von persoenlich.com. Dies entspreche im Durchschnitt einer Lohnerhöhung für diesen Personenkreis von über 2 Prozent. Walser: «Für die jährliche Lohnrunde im Frühjahr 2023 sind wie bisher individuelle Lohnerhöhungen vorgesehen. Wir beobachten die Entwicklung der Inflation weiterhin sehr genau.»

Auch die NZZ hat sich für die einmalige Auszahlung einer Inflationsprämie entschieden, die an alle Mitarbeitenden unabhängig vom Einkommen geht. «Rund die Hälfte der berechtigten Mitarbeitenden erhalten damit eine Prämie von mindestens 2 Prozent ihres Jahresgehalts. Ob befristete oder unbefristete Anstellung spielt für die Prämie keine Rolle», so NZZ-Sprecher Andrea Luca Späth. «Ausgeschlossen von der Prämie sind Mitglieder der Geschäftsleitung, der erweiterten Geschäftsleitung und Kadermitarbeitende.»

Hier eine Übersicht der Medienhäuser, zusammengetragen aus der Umfrage von Impressum, einer Mitteilung von Syndicom und den eigenen Daten von persoenlich.com:


Wie die Gewerkschaft Syndicom schreibt, können zwar Einmalzahlungen für das kommende Jahr die Teuerung temporär abfedern. «Wenn sie aber 2024 wieder wegfallen, sinkt der Reallohn langfristig.» Immerhin: Zum ersten Mal seit Jahrzehnten komme bei vielen Bewegung in die Lohnmassnahmen. Das sei «ein wichtiger erster Schritt». Syndicom störe sich aber an der TX Group, die keine generelle Lohnerhöhung leiste. «Dies ist insbesondere deshalb störend, weil es dem Branchenprimus finanziell gut geht.»

Einen grossen Nachholbedarf gibt es laut Syndicom noch bei den Honoraren der freien Mitarbeitenden.



* In einer früheren Version des Artikels war bei der Schaffhauser AZ von einer Lohnanpassung um 5 Prozent die Rede. Diese Angabe in der Mitteilung von Impressum war falsch.


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