21.01.2014

Reader's Digest

Thomas Minder zum Europäer des Jahres gewählt

Abzockerinitiative habe weit über die Schweizer Grenzen hinaus angestossen.

Die Chefredaktoren der europäischen Ausgaben der Zeitschrift "Reader's Digest" haben Thomas Minder zum Europäer des Jahres 2014 ernannt. Mit der Abzockerinitiative habe der parteilose Schaffhauser Ständerat die Debatte weit über die Schweizer Grenzen hinaus angestossen.

Minder habe den Umgang mit Bonuszahlungen und Abfindungen für Top- Manager entscheidend verändert. Er sei für eine gerechtere Gesellschaft eingetreten, begründet "Reader's Digest" die Wahl des Preisträgers in einer Mitteilung vom Dienstag. "Praktisch im Alleingang" sei der heute 53-Jährige gegen die Schweizer Wirtschaftselite angetreten", heisst es. Sein Abstimmungssieg sei in ganz Europa "mit Genugtuung und grossem Wohlwollen" kommentiert worden.

Mit der Abzockerinitiative habe der Schaffhauser Unternehmer wesentlich dazu beigetragen, dass in verschiedenen Ländern Europas nun das Thema Gehaltsbegrenzungen für Führungskräfte diskutiert werde. Auch Grossbritannien und Deutschland suchten mittlerweile nach Möglichkeiten gegen masslose Managerlöhne.

Überraschter Preisträger 
Minder zeigte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sehr  überrascht und geehrt über die Auszeichnung durch eines der weltweit grössten Magazine. Umso mehr, als dieses im Vorfeld der Abstimmung nie über ihn oder die Initiative berichtet habe.

Als "Europäer des Jahres" zeichnen die Chefredaktoren der europäischen Ausgaben von "Reader's Digest" seit 1996 Personen aus, die sich im Dienst der Gesellschaft engagieren. Der Preis ist nicht mit einer Geldsumme dotiert, wie Minder sagte.

Erster Schweizer Preisträger war 2007 der Arzt Ruedi Lüthy, der sich in Simbabwe für Aids-Kranke engagiert. Letztes Jahr ging der Titel an die polnische Fernsehjournalistin Agnieszka Romaszewska für ihren medialen  Kampf für ein freies, demokratisches Weissrussland. (sda)


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