11.04.2019

SRG

TPC wird bei SRF reintegriert

Per Januar 2020 soll die Produktionsfirma mit rund 900 Mitarbeitenden in die Unternehmenseinheit SRF übergehen. Zudem wird die interne IT- und Infrastruktureinheit in die Tochtergesellschaft Swiss TXT ausgelagert. 40 Vollzeitstellen fallen weg. Es kommt zu Kündigungen.
SRG: TPC wird bei SRF reintegriert
Ein TPC-Kameramann bei der Arbeit an einem Fussballmatch. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Der Verwaltungsrat SRG beabsichtigt, das Personal und die Produktionsmittel der TPC per Januar 2020 in die Unternehmenseinheit SRF zu überführen. Zudem soll unter der Leitung der Tochtergesellschaft Swiss TXT ein Kompetenzzentrum für IT-Infrastruktur und IT-Services, Digitalproduktion und Distribution entstehen. Dies habe der Verwaltungsrat SRG an seiner Sitzung am Mittwoch beschlossen, wie es in einer Mitteilung heisst. Die Umsetzung erfolge vorbehältlich eines Konsultationsverfahrens.

Technisches Produktionszentrum TPC neu bei SRF

Mit der Integration von TPC sollten die Organisation und Koordination der Produktion zwischen den Unternehmenseinheiten vereinfacht werden, schreibt die SRG weiter. Durch die Restrukturierung würden sich vor allem auf Managementstufe Kosten sparen lassen. Der bisherige TPC-Chef Detlef Sold muss seinen Posten auf Mitte Jahr räumen, wie die Nachrichtenagentur Keystone-SDA schreibt.

Der Verwaltungsrat habe die Geschäftsleitung der SRG mit der Ausarbeitung eines Detailkonzepts beauftragt. Vorbehältlich des gesetzlich vorgeschriebenen Konsultationsverfahrens strebt die SRG eine Umsetzung der neuen Struktur per 1. Januar 2020 an.

Die nationalen Business Services werden spätestens per 1. Januar 2020 ebenfalls bei SRF angesiedelt. Diese spezialisierten Services umfassen rund 70 Vollzeitstellen in der Koordination, der Auftragsplanung und in den Solution Desks sowie in der operativen Ton-, Bild- und Datenübermittlung.

Der Verwaltungsrat hat zudem die Bildung eines Kompetenzzentrums für IT-Infrastruktur und IT-Services, Digitalproduktion und Distribution beschlossen, wie die SRG weiter schreibt. Dieses Kompetenzzentrum soll die Tochtergesellschaft Swiss TXT (179 Mitarbeitende) mit Sitz in Biel sowie die SRG-interne IT- und Infrastruktureinheit INIT (100 Mitarbeitende) umfassen. Weiter ist und bleibt Swiss TXT das Kompetenzzentrum für Access Services der SRG. Vorbehältlich des gesetzlich vorgeschriebenen Konsultationsverfahrens soll auch diese Umsetzung per 1. Januar 2020 erfolgen. «Es sind aufgrund der neuen, organisatorischen Zuordnung keine Standortverschiebungen geplant. Es wird auch zu keinen Schliessungen von Standorten kommen», sagt SRG-Sprecher Edi Estermann auf Anfrage von persoenlich.com.

Entlassungen und Frühpensionierungen

Die neue Organisation sollen laut SRG Einsparungen von gesamthaft zehn Millionen Franken pro Jahr einbringen. Laut SRG ist aufgrund der beschlossenen Massnahmen mit «einer Reduktion von etwa 40 Vollzeitstellen zu rechnen». Davon würden rund 20 Stellen durch Kündigungen und vorzeitige Pensionierungen abgebaut. Für die Betroffenen gebe es einen Sozialplan, der verschiedene Abfederungsmassnahmen vorsieht. Die Mitarbeiter wurden am Donnerstagmorgen um 11 Uhr informiert.

Die SRG realisiert zurzeit ein Effizienzsteigerungs- und Reinvestitionsprogramm in der Höhe von 100 Millionen Franken (persoenlich.com berichtete). Um das Programmangebot möglichst zu schonen, prüfe man primär Sparmassnahmen in den Bereichen Immobilien, Infrastruktur, Technik, Produktionsprozesse und Verwaltung. Die Neuorganisation dieser zentralen Dienste sei Teil davon.

Im Rahmen der Reformen genehmigte der Verwaltungsrat eine Reihe weiterer Massnahmen, die der Generaldirektion zusätzliche Einsparungen ermöglichen. «Wir gehen mit diesen Beschlüssen konsequent den Weg der am 4. März 2018 angekündigten Reformen», lässt sich SRG-Verwaltungsratspräsident Jean-Michel Cina zitieren.

Und SRG-Generaldirektor Gilles Marchand sagt dazu: «Wir reformieren die SRG weiterhin grundlegend, um die Flexibilität und Effizienz zu optimieren und gleichzeitig das Programmangebot zu maximieren. Mit der laufenden Umstrukturierung senkt die SRG ihre Kosten, optimiert ihre Produktionsprozesse und verkleinert die Generaldirektion, um sich ganz auf die strategische Führungsfunktion konzentrieren zu können».

Reintegration nach 20 Jahren

Mit der Zusammenführung von TPC und SRF macht die SRG einen Entscheid vom Herbst 1999 rückgängig. Per Januar 2000 wurde das Produktionszentrum des Schweizer Fernsehens in eine eigenständige Aktiengesellschaft überführt.

Der Verband Camera Suisse begrüsst laut Mitteilung den Entscheid der SRG, die Tochtergesellschaft TPC nach 20 Jahren wieder in den Betrieb des SRF zu integrieren. Der Verband wünscht sich eine «gleichbleibend intensive und transparente Weiterführung der Partnerschaft». Man erwarte von SRF auch in Zukunft eine «faire Verteilung der Aufträge an die internen Kameraleute sowie an die externen Partner, im Verhältnis, wie sie die TPC in den letzten Jahren garantiert hat». (pd/wid)



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