Thomas Renggli ist nicht mehr Chefredaktor von Linth24. Dies vermeldet ZO Online und Renggli selbst auf den sozialen Medien. Der bekannte Maurmer Journalist, Buchautor und ehemalige Gemeinderatskandidat war seit November 2022 für das Online-Newsportal aus Rapperswil, das der ortsansässige Verleger Bruno Hug initiierte, tätig. Nun wurde der Vertrag aufgelöst, wie Hug gegenüber dem Zürcher Oberländer bestätigte. Man sei «im Guten auseinandergegangen». Ausschlaggebend seien unterschiedliche Vorstellungen über die Führung der Redaktion gewesen. Renggli habe praktisch nie im Büro in Rapperswil gearbeitet, sondern sein Pensum aus dem Homeoffice in Ebmatingen erledigt. «Das wurde für mich mehr und mehr zur Belastung», sagt Hug.
Martina Heinrich wird neue Chefredaktorin
Auch Rengglis weitere berufliche Engagements hätten zur Trennung beigetragen. «Aus der Distanz lässt sich eine Redaktion nicht führen. Ich musste eine Lösung suchen, die in Rapperswil sitzt», erklärt der Verleger. Diese hat Hug mit Martina Heinrich gefunden. Die Journalistin leitete von 2016 bis 2023 die Redaktion der inzwischen eingestellten Gratiszeitung «Obersee Nachrichten». Renggli war zuletzt noch mit einem Teilpensum von rund 30 Prozent bei der Portal24 AG angestellt. Heinrich soll die Chefredaktion künftig wieder in einem Vollzeitpensum übernehmen.
Renggli blickt ohne Groll auf seine Zeit bei Linth24 zurück. «Die Konstellation mit Bruno und mir war sicher nicht einfach», sagt er gegenüber ZO Online. Neben den unterschiedlichen Vorstellungen zur Zusammenarbeit habe es auch strategische Differenzen gegeben. «Bruno wollte mehr KI nutzen, ich wollte weiterhin guten Lokaljournalismus machen.» Seine vier Jahre bei Linth24 seien dennoch eine wertvolle Erfahrung gewesen: «Alles in allem war es eine super Erfahrung. Ich möchte keinen Tag dieser vier Jahre missen. Ich habe bei Linth24 sehr viel über Online-Journalismus gelernt,» so Renggli gegenüber dem Zürcher Oberländer.
Übertitelt hat er seinen Facebook-Beitrag mit dem ironischen Satz: «Oder wie es im Fussball heisst: im gegenseitigen Einvernehmen.» Kürzlich veröffentlichte Renggli, der Chefredaktor der Maurmer Zeitung bleibt, sein neues Buch «Die Fussball-Mafia». Bereits arbeitet er an einem weiteren Werk: Im Auftrag der Gemeinde St. Moritz recherchiert er die Geschichte der Olympischen Winterspiele von 1928 und 1948, die im Engadiner Kurort stattfanden. Er weiss, worüber er schreibt: Sein Vater war der legendäre Radio-DRS-Sportreporter Sepp Renggli. (ma)

