28.11.2012

TV 2.0 Summit

"Trial and Error"-Phase für TV

Der Initiant Marco Demont im Interview.

Am 29. November findet im Zürcher Kaufleuten die zweite Ausgabe des TV 2.0 Summits statt. persoenlich.com hat sich vor der Austragung mit dem Initianten der Veranstaltung Marco Demont unterhalten. Das Interview:

Herr Demont, was wollen Sie mit dem TV 2.0 Summit bewirken?

Die heutige Situation in den Medienhäusern und auch auf Seite der Werbetreibenden im TV-Geschäft ist sehr komplex und anspruchsvoll geworden. Aktuelle Zahlen internationaler Medienhäuser zeigen zwar, dass sich auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten mit TV gut Geld verdienen lässt. Tatsache ist aber auch, dass sich die TV-Industrie seit Jahren in einem grundlegenden Wandel befindet. Wie können TV-Konsumenten künftig tatsächlich erreicht werden, beziehungsweise wie kommt die Werbebotschaft auch erfolgreich beim Konsumenten an? Seit der Erstdurchführung vor einem Jahr hat sich das TV-Geschäft wieder stark weiterentwickelt. Technisch, wirtschaftlich, aber auch politisch. Der TV 2.0 Summit versucht sich den Antworten auf diese Fragen im Geschäft mit dem Bewegtbild anzunähern – nichts mehr und nichts weniger. Ausgewiesene Referenten werden dabei den Wandel an Beispielen aus Ihrer Praxis aufzeigen und mögliche Szenarien und Strategien für die Zukunft skizzieren.

Wie haben sich die Themen des letzten Summits entwickelt?

Das Schöne aus unserer Sicht ist, dass sich derzeit viele Themenfelder im TV-Geschäft auftun. Man kann aus einem breiten Themen-Spektrum auswählen. Wir versuchen bewusst, den Fächer breit zu halten und nicht auf einen spezifischen Bereich zu fokussieren. Entsprechend ist es auch unser Ziel, Referenten einzuladen, die aus unterschiedlichen Perspektiven berichten – so etwa aus Sicht der Verlagshäuser, der Werbetreibenden, aber auch im Bereich der Entwicklung.

Nun steht die zweite Ausgabe des Events vor der Tür. Was wird anders als bei der Premiere?

Das Grundkonzept bleibt erhalten. Aufgrund einer nach dem Vorjahresanlass durchgeführten Evaluation haben wir gewisse Programm-Optimierungen vorgenommen. So wurde beispielsweise der Lunch-Panel gestrichen und in den Vormittagsblock integriert. Auch bei den Inhalten wurde auf Teilnehmer-Rückmeldungen reagiert und mehr "Swissness" integriert. Diesem Wunsch haben wir dieses Jahr Rechnung getragen und den ganzen Vormittag dem hiesigen Markt gewidmet, u.a. mit Referenten wie Roger de Weck (SRG SSR), Christoph Bauer (AZ Medien) oder Christian Petit (Swisscom).

Nach welchen Kriterien haben Sie die diesjährigen Redner ausgewählt?

Unser Ziel ist es, Redner zu gewinnen, die nah an der Praxis sind und gleichzeitig den nötigen Einflussbereich aufweisen, um die Medienbranche voranzutreiben. Dazu gehört unter anderem der Referent von Samsung, Vasilis Seferidis. Er ist zuständig für das gesamte Business Development von Samsung Europa. Aber auch Christoph Bauer, CEO der AZ Medien, der mit der neuen TV-Senderfamilie (Tele Züri, Tele M1, Tele Bärn) eine neue Grösse im privatwirtschaftlichen Schweizer Fernsehbereich stellen wird.

Am Event wird über die Zukunft des Mediums TV diskutiert. Welche Trends sind fürs 2013 erkennbar

Trends zeichnen sich viele ab. Die einen drehen sich um das Konsumverhalten, also etwa Themen wie On-Demand-Verfügbarkeit oder Social TV. Andere wiederum beziehen sich auf Fragen der Distribution, dazu zählen unter anderem Themen wie Second Screen oder der Smart-TV-Boom. Die TV-Industrie steckt aber nach wie vor in einer "Trial and Error"-Phase. Welche Trends sich dann auch tatsächlich durchsetzen werden, hängt unter anderem auch davon ab, ob sie auf eine langfristige Sicht Kapitalisierungspotenzial haben.

Auf welche Programmpunkte freuen Sie sich besonders?

Die Höhenpunkte sind über den ganzen Tag verteilt. Die Schweizer TV-Mammutrunde mit Roger de Weck, Roger Schawinski, Christoph Bauer und Christian Petit wird aber sicher ein besonderes Highlight sein. Persönlich freue ich mich auf Lars Krüger von Youtube. Das grösste Online-Videoportal der Welt wird eine zentrale Rolle beim Fernsehen der Zukunft spielen. Die Ankündigungen vom Oktober bezüglich Original-Channels haben gezeigt, wohin die Reise führen wird.

Sind Sie schon an der Planung des TV 2.0 Summit 2013? Wen wollen Sie nächstes Jahr unbedingt als Referenten gewinnen?

Ja, die Planungen laufen bereits. Auch mit ausgewählten Wunschreferenten stehen wir in Kontakt. Aber die Medienwelt ist bekanntlich schnelllebig. So muss man immer wieder damit rechnen, dass ein Wunschkandidat nächstes Jahr nicht mehr in derselben Funktion tätig ist. Unser Ziel ist es, auf aktuelle Trends einzugehen. Daher wird sich die Referentenliste auch erst im Laufe des 2013 konkretisieren. Zudem planen wir auf Herbst 2013 auch einen TV 2.0 Summit in Wien. Diesbezüglich fanden bereits verschiedene gute Gespräche mit Partnern und Referenten statt.

Interview: Corinne Bauer


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