20.03.2019

Spiegel

Ullrich Fichtner wird nicht Chefredaktor

Der Fall Relotius hat beim deutschen Magazin Konsequenzen: Ullrich Fichtner und Matthias Geyer treten die ihnen ursprünglich zugedachten Leitungsfunktionen nicht an.
Spiegel: Ullrich Fichtner wird nicht Chefredaktor
Das «Spiegel»-Gebäude an der Ericusspitze 1 in Hamburg. (Bild: Noshe/Der Spiegel)

Die Chefredaktion des «Spiegel» wird Ullrich Fichtner und Matthias Geyer mit neuen strategischen Aufgaben in der gemeinsamen Redaktion betrauen, dies schreibt die Spiegel-Gruppe am Mittwochmorgen in einer Mitteilung. Die ihnen ursprünglich zugedachten Leitungsfunktionen, Chefredakteur und Blattmacher, würden sie in Einvernehmen mit der Chefredaktion nicht antreten.

Geyer gibt auch die Leitung des Ressorts Gesellschaft ab – «auf eigenen Wunsch», wie es weiter heisst. «Die Untersuchung der Kommission, die sich mit der Aufarbeitung des Falls Relotius beschäftigt, hat ergeben, dass Ullrich Fichtner und Matthias Geyer keine persönliche Schuld an den Betrugsfällen trifft», äussert sich Spiegel-Chefredaktor Steffen Klusmann, dazu. Gleichwohl würden sie Verantwortung übernehmen, um den hohen Massstäben gerecht zu werden, die man auch an andere anlege, und um jegliche Zweifel an der Integrität des Spiegels auszuräumen.  Dafür, so Klusmann weiter, gebühre ihnen Respekt.

Fichtner wird Reporter mit besonderen Aufgaben und direkt an die Chefredaktion angebunden sein. Er wird Titelgeschichten konzipieren und verfassen und im Auftrag der Chefredaktion grosse Projekte vorantreiben. Geyer arbeitet künftig als Redakteur für besondere Aufgaben; ebenfalls in direkter Linie zur Chefredaktion. Er wird sich im Auftrag von Blattmachern und Chefredaktion insbesondere um die Textqualität kümmern.

Über die Neubesetzung der vakanten Positionen will der «Spiegel» in den kommenden Wochen entscheiden. Das Gesellschaftsressort wird bis auf Weiteres von der stellvertretenden Ressortleiterin Özlem Gezer geführt. (pd/wid)



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