Orell Füssli will in Zukunft vom weltweiten Kampf gegen Markenpiraterie profitieren. Im letzten Jahr ist die im Druck- und Verlagswesen tätige Firma dank einer Übernahme erneut kräftig gewachsen. Der Umsatz sei 2003 um 25.5 Prozent auf 307.5 Mio. Franken gestiegen und habe damit erstmals die Grenze von 300 Mio. Franken übertroffen, sagte Geschäftsführer Klaus Oesch am Mittwoch an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich.
Der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) habe um 21.9 Prozent auf 38.9 Mio. Franken zugelegt. Das Plus sei der erstmaligen Vollkonsolidierung der Mitte 2002 übernommenen deutschen Atlantic Zeiser zu verdanken, welche die Flaute im angestammten Geschäft ausgleichen konnte, sagte Oesch. Wie bereits im Januar bekannt gegeben, stieg der Reingewinn um 10 Prozent auf 21.1 Mio. Franken. Die Dividende soll von 30 auf 35 Franken je Aktie erhöht werden. Um die Handelbarkeit der Aktie zu verbessern, wird der Titel im Verhältnis 1:10 gesplittet. Damit soll die Aktie, die derzeit 1400 Franken kostet, für die Anleger attraktiver werden.
Profitabler Banknotendruck
Am besten liefen die Geschäfte in der Division Sicherheitsdruck und industrielle Systeme, deren Umsatz um 11 Prozent auf 172.1 Mio. Franken zunahm. Der Betriebsgewinn legte gar um 25 Prozent auf 30.3 Mio. Franken zu. Beim Banknotendruck sei es gelungen, das sehr gute Resultat des Vorjahres zu übertreffen, sagte Oesch. Für ein Umsatzplus sorgte auch die überraschend hohe Nachfrage nach den neuen Schweizer Pässen.
Weil der Bund im letzten Jahr in Lieferschwierigkeiten geriet, musste er in einer Feuerwehrübung eine zweite Passdruckanlage bestellen. Atlantic Zeiser konnte unter anderem von der Plastikkartenflut profitieren und steigerte den Umsatz um 13 Prozent. Der Bereich bietet beispielsweise Systemlösungen zum Bedrucken von Telefon-, Kunden- oder Chipkarten mit Strichcodes, persönlichen Daten oder Gültigkeitsangaben an.
Buchhandel leidet
Dagegen habe der Buchhandel die Erwartungen nicht erfüllt, sagte Oesch. Der Orell Füssli Verlag litt unter anderem unter der Flaute im Tourismus, was den Absatz der Postkarten drückte. In Zukunft will Orell Füssli vermehrt vom Kampf gegen Produktepiraterie profitieren. Das Interesse von Markenbesitzern an fälschungssicheren Markierungen ihrer Produkte sei gross, aber die Investitionsbereitschaft noch verhalten.

