27.03.2012

MAZ

Umzugsdiskussion stösst auf Unverständnis

Luzern Tourismus warnt vor Imageeinbusse.

Der Kanton Luzern kennt keine Gnade. Aus Spargründen streicht er per sofort den jährlichen Beitrag von 50'000 Franken an das Medienausbildungszentrum MAZ in Luzern. Die Verantwortlichen beim MAZ sind enttäuscht und erwägen den Umzug der Schweizer Journalistenschule, persoenlich.com berichtete. Keine Freude an dieser Entwicklung hat Luzern Tourismus. Auf Anfrage von persoenlich.com meint Mediensprecherin Sibylle Gerardi: "Das MAZ ist zusammen mit weiteren Bildungsstätten für Luzern als Stadt mit einem breiten Angebot an Aus- und Weiterbildung von Bedeutung." Zwar stünden die Schulen im Rahmen der Vermarktung Luzerns als Tourismusdestination nicht im Zentrum, dienten aber je nach Quellmarkt und Zielgruppe als Argument.

Auch im Bereich der Standortförderung sei das Weiterbildungsangebot zentral. Zusammen mit Partnern seien sie im Moment daran, das Angebot an Bildungsstätten online noch optimaler zu präsentieren. Denn damit könne Luzern punkten: "Sicherlich bei ausländischen Studenten, die dann später als Gäste wiederkommen und während Ihrer Ausbildung auch bei Freunden und Bekannten für Luzern Imagewerbung betreiben oder während der Ausbildung Familie und Freunde empfangen. Weiter auch bei Schweizerinnen und Schweizer, die sich in Luzern weiterbilden. Diese lernen eine Stadt und Region kennen, die sie sonst allenfalls nicht besuchen würden. Nicht wenige übernachten auch und generieren so zusätzliche Logiernächte. Durch die Nebenausgaben wird auch die Wertschöpfung vor Ort erhöht," erklärt Sibylle Gerardi weiter.

Wie viel Geld das MAZ dadurch nach Luzern bringt, wurde von Luzern Tourismus nie durchgerechnet. Sicher aber werde die Bekanntheit der Marke Luzern durch diese Personen erhöht. Aus touristischer Sicht sei es auf jeden Fall von Vorteil, wenn das MAZ auch künftig in Luzern bleibe und zusammen mit den anderen Bildungsstätten weiterhin für das positive Image Luzerns als Bildungsstandort sorge.

Mitte April diskutiert der MAZ-Stiftungsrat an der Halbjahressitzung über das weitere Vorgehen. Im Gespräch mit persoenlich.com sagt Präsident Iwan Rickenbacher: "Wir sind enttäuscht über das Verhalten des Kantons Luzern. Er ist Mitgründer und Stifter des MAZ. Dass er sich so von der Journalistenschule verabschieden will, ist äusserst fragwürdig." Die 50'000 Franken seien ein symbolischer Beitrag. Sie stünden in keinem Verhältnis zu den 1,5 Mio Franken, die das MAZ jährlich an Wertschöpfung generiere.

Über den Standort Luzern sei allerdings schon früher diskutiert worden. Es habe immer wieder Angebote von anderen Kantonen gegeben, die finanziell und von der Lage her sehr attraktiv gewesen seien. Nun bekomme diese Diskussion erneut Aufwind. Entschieden sei aber noch nichts. "Ein konkretes Angebot liegt vor, zahlreiche weitere Standorte werden noch geprüft." Aber auch Iwan Rickenbacher hofft auf ein Happy End in Luzern. "Das MAZ liegt direkt neben dem KKL - das eine weltweite Ausstrahlung hat. Es wäre schade, wenn wir uns von diesem kulturell wichtigen Platz verabschieden müssten."

Text: Christine Schnyder


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