10.01.2012

Verleger

Unklarheiten über Plattform

Hanspeter Lebrument erklärt seinen Vorschlag.

Die vom Präsident Verband Schweizer Medien, Hanspeter Lebrument, in seinem Referat anlässlich der Dreikönigstagung vorgestellte "gemeinsame Plattform" gibt zu reden. In den Pausen zwischen den Referaten waren sich die Teilnehmenden nicht einig: Handelte es sich um einen persönlichen Vorschlag Lebruments oder stehen die anderen Verleger ebenfalls dahinter? Wie im Detail stellt sich Lebrument eine solche Plattform vor? Persoenlich.com hat nachgefragt:

Herr Lebrument, nach Ihrem Referat sind einige Fragen offen. Was meinten Sie mit "gemeinsamer Plattform für SRG und die Verlage"?

Wir müssen ein gemeinsames juristisches Gefäss schaffen, indem wir gemeinsam vermarktbare Onlineinhalte anbieten. Was für eine Art Plattform, ob es eine Aktiengesellschaft oder eine Stiftung ist, kann ich nicht sagen. Wichtig ist, dass wir Verleger nun eine gemeinsame Lösung mit der SRG finden, sonst wird der Bundesrat uns eine Variante vorschreiben.

Ist diese Plattform Ihr persönlicher Vorschlag oder steht der Verband Schweizer Medien dahinter?

Dies ist meine persönliche Vision. Vom Verband gibt es bisher noch keine konkrete Lösung. In gewissen Grundsätzen stimmen wir Verleger untereinander überein, aber über eine konkrete Vorlage haben wir noch nicht abgestimmt. Doch einer muss ja einen ersten Schritt tun.

Sie machen einen ersten Schritt Richtung SRG.

Ja, mein Vorschlag ist nun also ein erster Schritt zu einer gemeinsamen Lösung. Ich muss es so sagen: Es wird doch klar, wir müssen zusammen etwas machen, sonst kommt ein Dritter. Zuerst wollten wir ja eine Änderung der RTVG, doch wir mussten einsehen, dass eine Gesetzesänderung mehrere Jahre dauert. So lange warten wir nicht.

Wissen die anderen Vorstandsmitglieder von Ihrem Vorschlag?

Ja, ich habe die anderen Vorstandsmitglieder bei der letzten Sitzung informiert.

Können Sie Ihre Idee noch etwas detaillierter ausführen?

Es geht um eine gemeinsame Plattform, bei der die kommerziell erwirtschafteten Erträge den Verlagen zu Gute kommen, gleichzeitig gehen die Einnahmen aus den Billag-Gebühren an SRF. Man könnte abrechnen wie bei einem Zusammenschluss dreier Bergbahnen, also entsprechend der Nutzung. In einem speziellen Tarifmodell würde die unterschiedliche Entschädigung der Player geregelt. Da gibt es schon Ideen. Doch ich will nicht weiter in Details gehen, sonst werden ja die Arbeitsgruppen überflüssig.

Wie nötig sind diese Arbeitsgruppen? Entscheidet nicht schliesslich doch die Verbandsspitze?

Die Arbeitsgruppen sollen Grundlagen liefern. Aus meinen Erfahrungen weiss ich, dass die Verbandspitze und die SRG-Generaldirektion und der SRG-Verwaltungspräsident sagen müssen, wo es lang geht.

Woran haben Sie sich in Ihrem Vorschlag orientiert: An ausländischen Modellen?

Ich habe mich schon etwas orientiert, z.B. an der Fernsehwerbe AG, die es 1952 bis 1962 in der Schweiz gab, also noch bevor Publisuisse aufgebaut wurde. Damals hatte die SRG gemeinsam mit den Verlagen Fernsehwerbung vertrieben.

Bis wann müssen Sie Frau Leuthard eine Lösung präsentieren?

Wir hätten dies ursprünglich bereits vor Weihnachten tun müssen. Doch, weil wir jetzt diese vier Arbeitsgruppen gebildet haben, bekamen wir nochmals etwas mehr Zeit bis im Frühling.

Wer an der Dreikönigstagung sonst noch referiert hat und welches die wichtigen Themen waren, lesen Sie hier. (eh)


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